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12.11.2009
Rekonstruktion
Franco Stella spricht in Weimar
Der Architekt Franco Stella aus Vicenza hat in der deutschen Fachöffentlichkeit einen schweren Stand. Seine Äußerungen zu seinem siegreichen Entwurf für die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses werden vielfach als kryptisch empfunden – und das sei, so viele Beobachter, nicht nur auf Sprachprobleme zurückzuführen. Zudem sind Zweifel an seiner Teilnahmeberechtigung an dem Wettbewerb aufgekommen; die Beauftragung eines Konsortiums aus ihm und zwei deutschen Großbüros wurde überdies vom Kartellamt als vergaberechtswidrig bezeichnet. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheidet darüber am 2. Dezember.
Nun erhält Franco Stella Gelegenheit, seinen Schloss-Entwurf außerhalb der einschlägigen Berliner Zirkel zu erläutern. Im Rahmen der „RAND-Gespräche zu Architektur“ spricht er am 18. November in Weimar über „Rekonstruktion. Zum Wiederaufbau verlorener Bauten und Räume – der Entwurf für das Berliner Stadtschloss“. Der Veranstalter erläutert:
„Das Projekt Berliner Stadtschloss ist eines der meistdiskutierten Bauvorhaben in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg. Nicht nur als finanziell stärkster Beitrag bietet es zahlreiche Angriffspunkte und Projektionsflächen in der derzeit laufenden Rekonstruktionsdebatte. Braunschweig, Frankfurt am Main, Dresden – innerhalb der Bevölkerung erregen Wiederaufbauvorhaben starkes Interesse.
Stiftet Rekonstruktion mehr Identität als zeitgenössisches Bauen? Bezieht sich das „kulturelle Gedächtnis“ einer Stadtgemeinschaft nur auf vergangene Stadtbilder oder entwickeln sich auch neuere städtebauliche Situationen zu Identifikationspunkten? Wo liegen die Wurzeln städtischer Identität, was meinen Begriffe wie Original und Authentizität?
Der preisgekrönte Siegerentwurf des Architekten Franco Stella vertritt eine starke Position zum Wiederaufbau verlorener Bauten und Räume. Wie geht der Entwurf auf den ehemaligen Schlosscharakter, die Maße, die architektonische Grammatik und die Zeitlosigkeit ein? Franco Stella wird uns seinen Blickwinkel aus italienischer Sicht darstellen.“
Termin: 18. November 2009, 20 Uhr
Ort: Galerie im ACC Weimar, Burgplatz 1
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