Eyecatcher an der Autobahn
Firmensitz im Kanton Bern von EM2N
Bewusst sichtbar steht dieser raffinierte Neubau an der Autobahn und der S-Bahn: Die Firma Sedorama, ein Schweizer Anbieter von Objektmöbeln, geht mit seinem neuen Hauptsitz in Schönbühl (Kanton Bern) direkt an der A1 den Schritt auf die große Bühne. Die Architektur des Büros EM2N (Zürich) will die Werte des Unternehmens aufnehmen: Kundenorientierung und Perfektion. Was auf den ersten Blick wie ein gekonnt reduzierter Gewerbebau aussieht, ist in Wirklichkeit als „Hybrid“ Lager, Spedition, Werkstatt und auch Showroom.
Die Architekten haben hier ihr Prinzip des „sowohl als auch“ angewandt: „Das Gebäude ist spektakulär und zurückhaltend zugleich, effizient konstruiert und gleichzeitig poetisch und opulent. Es verortet sich an einer spannenden Schnittstelle zwischen den Polen einer utilitären Zweckarchitektur und der Funktion als Hauptsitz und Eyecatcher“, sagen sie.
Der beidseitig leicht konkave Baukörper wendet sich den vorbeifahrenden Autos zu und will auch auch zum Parkplatz hin „einen Ankunftsraum aufspannen“. Das Innere ist „nach dem Raumprinzip einer geschosshoch gestaffelten Kaskade“ gestaltet. Über eine Treppe wird man auf ein Piano Nobile geführt. Von dort aus erschließt sich die Ausstellung über eine Abfolge von inneren Terrassen und verbindenden Treppen.
Sämtliche Oberflächen wurden roh belassen oder weiß gestrichen. Dieser kräftige, neutrale Hintergrund soll die Bühne für die spannungsvolle Inszenierung der Produkte bilden. Insgesamt sind 1.920 Quadratmeter Bruttogeschossfläche entstanden.
Fotos: Roger Frei, Zürich
Richtig erscheint mir der Kommentar von "Ernst". Hier handelt es sich um einen schlichten Industriebau - aber mehr auch nicht. Was Besonderes oder gar Anziehendes kann ich an dem Gebäude nicht finden. Dazu ist die Form viel zu belanglos. In sofern stimme ich Herrn A.Enders ausdrücklich zu. Für ein gelungenes Gebäude gehört für mich deutlich mehr als eine glatte Fassade und ein Knick. Auch kann man sehr geteilter Meinung sein, ob die Farbe schwarz an Gebäuden Eleganz ausstrahlt. Ich schließe mich der düsteren Stimmung an. Den Begriff der Reduktion oder gar der Klarheit für dieses Gebäude (Beitrag Herr Gropius) erscheint mir endgültig überhöht. Denn beide Begriffe sind nicht selten eine verbale Glorifizierung von banalen glatten Fassaden.
Und? Wenn es wahr wäre, was soll uns das sagen? (Mal abgesehen davon, dass die Aussage schlicht falsch ist...) Kommentare wie die Ihren ringen mir nicht einmal ein müdes Lächeln ab. Wer sich selbst zum Sprecher für "die grosse Mehrheit der Bevölkerung" aufschwingt, scheint selbst auch ein Egoproblem zu haben. Und wer solche Rechnungen aufmacht "Dunkel=düster, Hell=freundlich" sollte zumPsychologen gehen, aber bitte nicht über Architektur reden.
Autos und Gebäude zu vergleichen macht wenig Sinn, die grosse Mehrheit der Bevölkerung wird es mit Herrn Enders halten,...schwarze Häuser gibt es nunmal in den wenigsten Städten