Dezent ornamentiert
Fassade in Dresden tanzt aus der Reihe
Rund um den Dresdner Neumarkt wurden und werden die 1945 zerstörten Barockhäuser rekonstruiert – mal mehr, mal weniger überzeugend. Eine Fassade der Dresdner Arbeitsgemeinschaft Böttcher und Dähne hebt sich ab: Sie ist klar und modern, darf aber gestaltete Fassade sein, ohne Anti-Retro-Stimmen zu provozieren.
Sie gehört zu dem großen Komplex des Schlosshotels und orientiert sich zu einer schmalen Gasse. Hoch und schmal ist auch das Gebäude hier, ein dezenter Verweis auf die Vergangenheit der barocken Bürgerhäuser. Eine weitere, ebenfalls zurückhaltende Reminszenz sind die Sichtbetonelemente, die an die jüngere Architekturgeschichte der Plattenbauten erinnert.
Vor allem aber gilt die Erinnerung einer schillernden Gestalt Dresdens, der Ausdruckstänzerin Gret Palucca, die hier seit den 1920er Jahren bis 1993 lebte. Heike Böttcher und Michael Dähne haben Schwarzweiß-Fotografien von 1930 entdeckt und mithilfe von Gummimatrizen auf die graue Lamellenstruktur der Fassade aufgebracht. Durch die riffelige Oberfläche scheinen die insgesamt fünf Figuren tatsächlich zu tanzen; je nach Lichteinfall und Tageszeit zeigt sich dem Betrachter ein anderes Bild.
„Neuinterpretation der historischen Fassade“ nennen die Architekten ihre subtile Gestaltungsidee (zusammen mit den je vier raumhohen Fenstern in jeder Etage). Das Gebäude wurde bereits im April an die Nutzer übergeben; der Fotograf hat sich jetzt an die schwierige Aufgabe gemacht, die Bilderfassade in der beengten räumlichen Situation festzuhalten.
Fotos: Jan Oelker
Es scheint, als hätte der Architekt seiner eigenen Idee nicht getraut. Warum wurden die Ornamente nicht ordentlich herausgearbeitet? Warum wurde das ganze Bau in lebloser grauer Farbe gehalten? Ebenfalls leblos wirkt die glatte, banale Fassade. An Formen kann man wenig entdecken. Es gibt kaum welche. Hier muss ich Herrn Degner recht geben. Auch den Hinweis: "schöner Plattenbau" kann ich verstehen. Schade für Dresden. An dieser renomierten Stelle hätte man deutlich bessere Architektur erwarteen können.
Fazit wie immer: Die Achitektur des Sichtbetons und der gestaltungslosten Fassaden mit nur ein paar rechten Winkeln ist unansehnlich und einfach nur schlecht.