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23.01.2012
Ein Ort namens Öffentlichkeit
Elmgreen Dragset in München
„Es ist nie zu spät, sich zu entschuldigen.“ Selten war dieser Rat so aktuell wie heute: Das Künstlerduo Elmgreen & Dragset wendet sich damit an niemand Bestimmten, sondern an alle. Nach Kopenhagen und Rotterdam wird ihre Performance „It's never too late to say sorry“ nun in München realisiert – im Rahmen ihres über zwei Jahre laufenden Großprojekts „A Space Called Public“, mit welchem der Kulturausschuss der Landeshauptstadt München Elmgreen & Dragset vergangenen Freitag beauftragt hat.
Michael Elmgreen und Ingar Dragset schickten Prada in die Wüste, bauten einen Plattenbau in eine Halle des ZKM in Karlsruhe und ließen einen toten Kunstsammler im Pool auf der Kunstbiennale in Venedig treiben. 2012 und 2013 werden sie mit Künstlern aus unterschiedlichen Kulturkreisen in München aktiv. In zehn künstlerischen Modulen zwischen Kunst, Performance, Design und Architektur beschäftigen sie sich mit Kunst im öffentlichen Raum; mitwirken werden unter anderem Stephen Hall (London), Turner-Preisträgerin Susan Philipsz (Belfast/Berlin), Ming Kwon (Singapur/Berlin), Han Chong (London/Malaysia), der spanische Künstler Oriol Vilanova und Kirsten Pieroth aus Berlin.
Ausgangspunkt für das dänisch-norwegische Künstlerduo ist die These, das der öffentliche Raum durch das Internet an Bedeutung verloren hat. Von einem gesellschaftlichen Wandel ausgehend, stellen Elmgreen & Dragset die Frage nach der Neudefinition des öffentlichen Raums. Temporäre Installationen und Aktionen ebendort sollen Münchens Identität aus künstlerischer Perspektive untersuchen – insgesamt 1,2 Millionen Euro wird die bayrische Landeshauptsstadt in das Projekt investieren.
In München werden sie neben der Entschuldigungs-Performance die öffentlichen Plätze mit weiteren Ideen bespielen. So wollen sie zum Beispiel eine „Deutsche-Bahn-Kunsthalle“ entwickeln: ein umgebauter ICE-Waggon könnte Wechselausstellungen zeigen, die von internationalen Gästen kuratiert werden. Ein temporäres Monument für Fassbinder ist ebenso geplant wie eine Buddha-Statue „Made in Dresden“; Soundinstallationen und weitere künstlerische Formate sowie Diskussionsveranstaltungen sollen die Reihe vervollständigen. Und wenn Elmgreen & Dragset ab dem 23. Februar für 18 Monate den sogenannten vierten Sockel am Londoner Trafalgar Square bespielen, wird eine Replik des Londoner „Fourth Plinth“den damit verbundenen Kunstwettbewerb auf einen zentralen Platz in München transferieren.
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Ingar Dragset (links) und Michael Elmgreen (rechts), „It's ever too late to say sory“

„Prada Marfa“, Art Production Fund/Ballroom Marfa, Marfa, Texas 2005

„The Collectors“, Biennale di Venezia, Venedig 2009

„Elmgreen & Dragset. Celebrity - The One and the Many“, ZKM, Museum für Neue Kunst, Karlsruhe 2011






