Home sweet home
Ein-Quadratmeter-Haus in Berlin
Wer hat die Holzkisten noch nicht in der Stadt entdeckt? Ob rollend durch die Straßen Berlins, stehend als „business domicil“ oder liegend, als alternative Herberge, vor einem Hostel im Prenzlauer Berg.
Der Architekt Van Bo Le-Mentzel hat die „Ein-Quadratmeter-Häuser“ entworfen und lädt jeden ein, sich selbst ein Stück Heimat zum Mitnehmen zu bauen. Die Anleitung dazu findet jeder im Internet. Für 250 Euro Materialkosten für Sperrholzplatten, Plexiglas und vier Rollen lässt sich das 0,70 x 1,00 x 2,00 Meter messende Haus mit ein bißchen Zeit zimmern. Im Rahmen des BMW Guggenheim Lab Workshops im Juli sind so 13 Häuser entstanden. Der Architekt will mit ihnen einen Beitrag zur Gentrifizierungsdebatte leisten und findet, dass sich jeder Wohnraum, gleich wo in der Stadt, leisten können sollte.
Bekannt geworden ist der 35 jährige Künstler durch seine Hartz-IV-Möbel, die ebenfalls nach dem Selbstbauprinzip funktionieren. Vom 24 Euro Chair, inspiriert von den Bauhaus-Klassikern, über den Neukoelln Desk bis zur 100 sec Lamp kann man sich seine Wohnung selbst gebaut einrichten. Dazu veröffentlichte Van Bo Le-Mentzel erst kürzlich ein gesammeltes „Planwerk“ unter dem Titel „Hartz-IV-Möbel.com -Build more buy less“.
das "Ein-Quadratmeterhaus" kostet fast ein Hartz-IV-Monatseinkommen und hat keinen Verwendungszweck. wo steckt der Sinn?
Der Berliner Wohnraum ist erschwinglich, Wohnungen für 300 Euro gibt es in keiner weiteren Hauptstadt. Darf man dann auch seine Wohnwagen überall abstellen und wohnen?
bezogen auf unsinn kann man allerdings beipflichten, dass der typ nun mal gut darin ist, seine ideen, die landauf, landab in designhochschulen typische semesterarbeiten sind, gut zu vermarkten. da betitelt man den sessel halt mit Hartz IV, gibt dem spiegel online einen tip und schon kommt die maschinerie ins rollen davor hut ab ;)