Fujimoto neben Johnson
Drei Vorschläge für Kunsthallen-Anbau in Bielefeld
Normalerweise wird für die Gestaltung eines Neubaus aus verschiedenen Entwürfen von verschiedenen Büros per Wettbewerb ein Vorschlag ausgewählt, der gebaut werden soll. Bei der Kunsthalle Bielefeld ist es anders. Hier ist man sich bereits einig, dass der japanische Architekt Sou Fujimoto die Erweiterung neben dem denkmalgeschützten Philip-Johnson-Bau realisieren soll. Letzte Woche hat Fujimoto nun drei alternative Konzepte vorgestellt.
Der erste Entwurf „Stacked Landscape“ geht von der gedanklichen Fortsetzung des Skulpturenparks als gestaltete wie auch gestapelte Landschaft aus. Die zweite Variante nennt Sou Fujimoto „Porous Park“: Diese sieht die Erweiterung als signifikante wie autonome Einheit eines geschlossenen Baukörpers vor, in dem Landschaftselemente in der für ihn typischen Art integriert sind. Und der dritte Entwurf „Fortress“ soll das städtebauliche Umfeld des Adenauerplatzes mit motivischem Bezug zur Sparrenburg erschließen.
Die Entwürfe von Sou Fujimoto stellen zunächst eine Ideengrundlage dar, einen möglichen Erweiterungsbau für die Kunsthalle Bielefeld konkreter anzustreben. Fujimoto, dem die Kunsthalle im Sommer 2012 seine erste Einzelausstellung „Futurospektive Architektur“ außerhalb Japans ausrichtete und dessen „Holzhaus" im Skulpturenpark der Kunsthalle steht, schafft mit seinen Entwürfen für eine Erweiterung des Philip-Johnson-Baus eine Art Stadttor-Situation im Bereich des Adenauerplatzes.
Allen drei Vorschlägen ist die Einbeziehung der Stadt, ihrer Natur und Landschaft gemeinsam. Beeindruckt von der Lage der Kunsthalle, hatte Sou Fujimoto seinen Schlüsseltext zur Ausstellung „Architektur als Wald“ auf der Basis seiner Eindrücke vor Ort verfasst, und dies zum Leitmotiv seiner Konzeption für den diesjährigen Serpentine-Pavillon in London werden lassen.
Günter Küppers, Vorsitzender des Förderkreises Kunsthalle e. V., geht es bei dem Anbau-Projekt darum, „eine Vision sichtbar zu machen“. Er war es, der den Architekten um die Entwürfe bat, die dieser übrigens kostenlos anfertigte. Auch Kunsthallen-Leiter Friedrich Meschede hält den Erweiterungsbau für dringend notwendig. „Die jetzige Kunsthalle ist im Vergleich zu den Museen etwa in Münster, Hannover, Dortmund oder Bremen nicht mehr wettbewerbsfähig.“ Der Philip-Johnson-Bau sei für die klassischen Kunstgattungen konzipiert worden. „Junge Kunst wie Installationen, Videokunst oder Performances zu zeigen, erfordert jedes Mal enorme Eingriffe in die Architektur.“
Seit nahezu 20 Jahren wird in Bielefeld im Hinblick auf die Kunsthalle von Philip Johnson aus dem Jahre 1968 ein Erweiterungsbau gefordert, der „in allen funktionalen und architekturästhetischen Belangen dem renommierten Stammhaus ebenbürtig ist“. Sollte einer der Entwürfe gebaut werden, wäre es das erste permanente Gebäude von Sou Fujimoto in Deutschland.
Und sie wollten ihn unbedingt haben! Überzeugend sind die Entwürfe auf den ersten Blick alle nicht > hier wäre sicherlich ein Wettbewerb der richtige Weg gewesen..um in prominenter Gesellschaft eine Architektur zu schaffen..
das eine Dirketvergabe Neid hervorruft ist klar, aber den Deutschen Wettbewerb als ''ein Verfahren mit offenem Ausgang'' zu bezeichnen geht ja wohl auch an der Realität vorbei. Zum einen würden dann entwerder nur die Top10 Büros zum zuge kommen oder 5 kleine lokale Büros, den Deutschen Architektenberuf mit seinen vielen kleinen Büros wird dieses Projekt nicht retten. Den grossen Brüos wirft auch niemand vor das sie Renderings benutzen, in diesem Fall ist die Arbeit ja auch kein strotzendes Rendering sondern eher eine einfache realistische Grafik!
Eigentlich gehört es genau umgekehrt, daher sind die Wettbewerbe auch in der Regel anonym. Solch ein Verfahren mit offenem Ausgang würde von einer gewissen Souveränität zeugen. Ich möchte nicht wissen, nach welchen Kriterien dort Kunst gesammelt wird.