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06.09.2017

Ikea auf Dänisch

Dorte Mandrup und BIG planen Stadtquartier in Kopenhagen


Köge, Sindal, Nivå sind die Namen einer grauen Nylonfußmatte, eines Fußabtreters und einer geräuschdämmenden Unterlegmatte für Laminatfußboden, alle vetrieben vom Einrichtungskonzern Ikea  – aber auch die Namen dänischer Kleinstädte. Eher banale Produkte benennt der Möbelmogul nach ihnen, während Produkte mit gestalterischem Anspruch und edleren Materialien – etwa das Rindsledersofa „Stockholm“, das Holzbett „Mandal“ oder der Kiefernstuhl „Kausby“ – oft nach schwedischen, norwegischen respektive finnischen Städten benannt sind. Ein Zufall? Der schwedische Philologe Klaus Kjøller hat dies wissenschaftlich untersucht und spricht in Bezug auf die Namensgebung des Möbelkonzerns von „schwedischem Imperialismus“. Einige Dänen fühlen sich buchstäblich mit Füßen getreten, andere nehmen es mit Humor und schlagen vor, den dünnen, süffigen Carlsberg-Bieren schwedische Namen zu geben.

Vor diesem Hintergrund kann man das neue Flagship-Ikea im Kopenhagener Entwicklungsgebiet zwischen Dybbølsbro Station und Fisketorvet Shoppingzentrum, entworfen von Dorte Mandrup Arkitekter (Kopenhagen), fast schon als emanzipatorische Geste lesen. Wie Dennis Balslev, Geschäftsführer von Ikea Dänemark, erklärt, wird der Neubau nämlich dem „Kopenhagener Weg“ gerecht. Und damit meint er: dem Fahrrad. Mit dem Verzicht auf großflächige Autostellplätze, seinem Angebot an Fahrradanhängern und Lastenrädern zum Transport größerer Gegenstände sowie der innerstädtischen Lage reagiert das Projekt auf die Bedürfnisse der Kopenhagener Kunden. Die wünschten sich schon lange ein Ikea-Möbelhaus, das man ohne Auto erreichen kann.

Dorte Mandrup Arkitekter verantworten neben dem Neubau auch den Masterplan für das Gebiet mit 74.000 Quadratmetern Nutzfläche. Die einzelnen Programme – ein Hotel, den Großmarkt und ein Studentenwohnheim – verbinden sie durch eine öffentliche Parkfläche mit Sportplätzen auf dem Ikea-Dach. Und über die Dachbegrünung hinaus implementiert der neue „Nachhaltigkeits-Flagshipstore“ vieles, was heute grüner Standard ist: Ladestationen für Elektroautos und -Fahrräder, komplette LED-Beleuchtung im Markt und Kühlsysteme, die das Wasser des benachbarten Hafens nutzen.

Scheinen Hotel und Markt durch ähnliche Gebäudekubaturen mit abgerundeten Ecken wie aus einem Guss entworfen, spricht das Studentenwohnheim, für welches BIG (Kopenhagen) verantwortlich zeichnen, eine andere Formensprache. Die Architekten schlagen zwei 80 Meter hohe „Kaktus-Türme“ vor. Deren Grundrisse sind auf jeder Etage unterschiedlich ausgerichtet, sodass sich für die 495 verschiedenen Wohnungen vielfältige Ausblicke ergeben. (df)


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Ikea Kopenhagen, Dorte Mandrup

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