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27.07.2017

Gemeinschaft am Rande von Suzhou

Community Center von Scenic Architecture Office


Puristisch präsentiert sich dieser Bau im chinesischen Suzhou. Ein Gemeindezentrum, entworfen von Scenic Architecture Office aus Shanghai. Klare Linien, geweißte Wände, Gehwege zwischen flachen Wasserbassins – eine Formensprache, die die chinesischen Architekten schon bei ihrem aufgeständerten Pavillon in Shanghai verwendet haben. Das im Juni fertiggestellte Dongyuan Qianxun Community Center zwischen Wohngebieten und dem Huqiu Wetland Park soll lokaler Treffpunkt der Anwohner sein – er liege aber so abseitig, dass er diese Funktion kaum erfüllen könne, kritisieren die Architekten.

Wie so häufig in neu entwickelten chinesischen Städten sei Qianxun nämlich noch immer eine geschlossene Gemeinschaft, was im Sinne der öffentlichen Zugänglichkeit des Zentrums eine zentralere Lage ausschloss. Eine Öffnung des neuen Quartiers, auf dass sich soziale und ökonomische Klassen mischen und begegnen können, sei dadurch aber eher nicht möglich. Die schwierige Lage am Rand begriffen die Architekten jedoch als Herausforderung: Wie lässt sich das Gemeindezentrum mit seinem Programmmix trotzdem für die Menschen nützlich machen? Über kommunale Anliegen soll hier diskutiert werden, es gibt gesellschaftliche Veranstaltungen, Kunstausstellungen, Eltern-Kind-Aktivitäten und Sport, während gewerbliche Funktionen das Angebot abrunden.

Mit dem Ziel, durch Architektur zu vermitteln, entwarf Zhu Xiaofeng keinen geschlossenen Baukörper, sondern ein in mehrere Teile gegliedertes Gebäude, das über eine Nord-Süd-Achse erschlossen wird. Die Anwohner können diesen Weg als Verbindung zwischen Wohnung und Bushaltestelle nutzen. Flache Becken entlang des Weges greifen das Thema Wasser des nahen Wetland Parks geschickt auf. In der Mitte konzipierten die Architekten einen Platz, von dem aus die Bewohner die Lobby des Gemeindezentrums, das Fitness Center im Untergeschoss, die Kommunalbehörde, kleinere Läden und öffentliche Räume erreichen können. Im Obergeschoss sind eine Bibliothek und ein Café untergebracht. In dieser räumlichen Struktur verschmelzen feste Wände und rhythmisierende Öffnungen und die Architektur mit der Natur, um zusammen ein verschachteltes Hofcluster mit Bambus-Bepflanzung auszubilden.

Architektonisch besteht der über 2.000 Quadratmeter große Bau aus einer Stapelung von Wänden aus Stahlbeton, die einerseits geschlossene Bereiche bilden und anderseits die Zwischenräume strukturieren. „Wir hoffen“, so die Architekten, „dass das doppelte Potential dieser Ordnung eine Koexistenz von Zusammenhalt und Offenheit erlaubt.“ Das 60 mal 45 Meter große Gebäude wurde in sechs Streifen mit einer Breite von je 7,2 Metern unterteilt, die sich aus dem Stapelwandsystem ergeben. Die vertikale Struktur des zweiten Stockwerks besteht hauptsächlich aus Nord-Süd-Giebelwänden, die frei entlang der Streifenstrukturen verteilt sind und als Ausgangspunkt der zwischen 12 und 20 Meter langen, konkav geschwungenen Dachschalen aus beschichtetem Aluminium fungieren. Sie sollen an Wellen und die Bedeutung des Wassers in der traditionellen chinesischen Architektur erinnern – und geben dem Gebäude doch zugleich ein sehr zeitgenössisches Äußeres. (kat)

Fotos: Su shengliang, Dongyuan Design


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