Bodenständige Bank
Caruso St John gewinnen in Bremen
Neubau im historischen Stadtkern: Zwischen der UNESCO-Welterbestätte Bremer Rathaus und dem St.-Petri-Dom stand bisher die Zentrale der Bremer Landesbank. Doch der in die Jahre gekommene Klotz aus der Nachkriegszeit soll nun einem Neubau weichen. Caruso St John aus London konnten den Wettbewerb für das neue Geldhaus in der Hansestadt für sich entscheiden.
Trotz prominenter Konkurrenz wussten die Briten das Preisgericht einstimmig zu überzeugen. Neben dem zweitplatzierten Büro Max Dudler (Berlin) und den drittplatzierten Hilmer Lamprecht Architekten (Bremen) hatten auch KSP Jürgen Engel Architekten (Braunschweig) und Staab Architekten (Berlin) ihre Entwürfe eingereicht.
Als tonangebendes Gestaltungselement trage der helle ovale Innenhof nicht bloß zu einer erhöhten Arbeitsplatzqualität bei, sondern habe auch das Potenzial, sich zu einem halböffentlichen Raum zu entwickeln, so die Jury. Die besondere Herausforderung des Projektes war die Lage am Domshof. Es sei eine seltene Gelegenheit, in einem solch schönen und historischen Umfeld zu bauen, so die Londoner Architekten. „Wir sind sehr zufrieden und fühlen uns durch die Entscheidung geehrt“.
In dem Entwurf käme ein Stück regionale Identität zum Ausdruck, lobte das Preisgericht weiter. Auch Landesbankvorstand Guido Bruno hält den geplanten Neubau, der 2015 bezugsfertig sein soll, für gelungen. Er sei „zurückhaltend, hanseatisch bodenständig, aber nicht ohne ein gewisses Selbstbewusstsein“.
Alle Architektenentwürfe sind noch bis Freitag, 26. August 2011, in der Kundenhalle der Bremer Landesbank am Domshof ausgestellt.
Projekt von Caruso St John Architects bei Designlines.
endlich mal die richtige wahl. die anderen entwürfe zeigen uninspiriertheit pur. der caruso-entwurf hingegen ist eine wirklich originelle und gute lösung- und wie jede gute architektur wird das immer auch assoziationen wach rufen- hier eben auch an den backstein-expressionismus norddeutschlands, an die ehrwürdige athmosphäre alter schalterhallen etc., und das ganze, ohne zu verkitschen. meiner meinung nach großartig. modern, aber vieldeutig. die fassade ist obendrein so komplex aufgebaut, dass man sie auf den renderings garnicht voll begreifen kann. das wird in echt eine ziemliche wucht. altbacken ist da für mich nichts dabei. ps: dieser dudler-entwurf, den finde ich da schon eher altbacken- vor 10 jahren war das noch neu, heute eher nur noch fad. und sonst kriegt dudler auch das masse-fenster-verhältnis eleganter hin- da war wohl ein schlechter praktikant am werk!
Die in der Kundenhalle ausgestellten Alternative demonstrieren größtenteils hanseatische Weltoffenheit, geprägt von gelungener Einbettung in das städtebauliche Ensemble am Bremer Domshof. Dieser Entwurf schreit nahezu nach "kurios altbacken" und dem morbiden Charme einer "Bahnhofshalle aus dem letzten Jahrhundert". Vertan, vertan, schade für ein Unternehmen wie die Landesbank und eine einmalige Chance in dieser Lage. Andreas
Ich finde es zum einen bedauerlich, dass die Dachstruktur aufgegeben wird, viel unpassender jedoch die Massstäblichkeit des Innenhofes. Sicherlich garantiert er eine gute Belichtung der Büros, sprengt jedoch den städtebaulichen Masstab und die vorhandene Körnung der Nachbarbebauung. Bedauerlich finde ich auch, wie verschlossen sich die Bremer Landesbank als reiner Verwaltungsbau im Erdgeschoss an dem belebten Domshof zeigt. Hier hätte etwas mehr Öffentlichkeit durch Gastronomie oder Läden sehr wohl getan. Die Eingangshalle erinnert insbesondere durch die dargestellte Holzmöblierung an eine Bahnhofshalle aus dem letzten Jahrhundert .
ich darf Ihnen versichern, dass die Dachlandschaft über dem Gebäudeteil mit der denkmalgeschützen Fassade überarbeitet wird. Darüber war sich die Jury einig, und zwar einstimmig (sowohl Denkmalpfleger als auch Bauherrin) Diese und weitere Empfehlungen/Auflagen fließen in das Briefing für die Machbarkeitsstudie ein, die in diesen Tagen beauftragt wird. Herzliche Grüße aus der Bremer Landesbank, Ina Malinowski, Pressesprecherin