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28.06.2017

Pariser Infrastruktur-Romantik

Bürogebäude von Brenac & Gonzalez


Vor 26 Jahren wurde in Paris mit dem Entwicklungsgebiet ZAC Paris Rive Gauche ein Prozess der Stadterneuerung initiiert, dessen Maßstab seit der Haussmannschen Umgestaltung der Stadt im 19. Jahrhundert einzigartig ist. Das Gebiet am linken Seineufer zwischen dem Bahnhof Gare d’Austerlitz und der Ringautobahn Boulevard Périphérique ist heute das größte Entwicklungsgebiet im Kern von Paris. Seit den frühen 1990er Jahren werden dort die ehemaligen Industrieareale und Gleisfelder sukzessive mit Türmen für Büros, Gewerbe und Wohnungen überbaut.

Auf der Suche nach einer „starken Identität“ wird beim Bauen im Gebiet der ZAC Paris Rive Gauche immer wieder der Blick auf das Gleisfeld thematisiert und die vordergründig vielleicht defizitär wirkende Nähe zu Infrastruktur-Arealen rhetorisch als „urbane Poetik“ verklärt. Für die Konzeption ihres kürzlich im Gebiet fertiggestellten Bürogebäudes bedienen sich auch Brenac & Gonzalez et Associés (Paris) einer Metaphorik, die sich aus einem solchen Interesse an den Infrastruktur-Reliquien der Stadt des 19. Jahrhundert ableitet.

Die Faszination an Bewegung – immanent in der Wertschätzung der Gleise oder sechsspurigen Verkehrsadern, die das Grundstück definieren – erfährt allerdings ein Update ins 21. Jahrhundert. Flux im Sinne von entmaterialisierten Daten wie beim Cloud Computing wird zur Referenz einer Fassadengestaltung, mit der die Architekten versuchen, „Schwere zu vermeiden“ und die „Grenzen des Gebäudes aufzulösen“. Dynamik wird jedoch nur suggeriert. Die aus emaillierten Aluminiumrohren gefügten Fassadenelemente verändern die Ansicht des Gebäudes zwar bei verschiedenen Lichtverhältnissen, sind aber statisch.

Weniger Gestaltungsspielraum gab es augenscheinlich beim Entwurf des Baukörpers: Brenac & Gonzalez et Associés überbauen die trapezförmige Grundstücksfläche praktisch maximal. Sie greifen ihr Motiv der Bewegung mit einer leichten Rotation der Gebäudevolumen auf, die aber im Verhältnis zur Baumasse kaum wahrzunehmen ist. (df)

Fotos: Sergio Grazia, Ştefan Tuchilă


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