Schlichte Dichte
Bürogebäude in Tokio
In einem derart überladenen städtischen Raum zu einer Entscheidung zu kommen, fiel schwer. Die in Tokio ansässigen Florian Busch Architects vereinen in ihrem neuen Bürogebäude die Vielseitigkeit des belebten Roppongi-Hills-Viertels der japanischen Metropole: mit schlichter Form und lebendiger Gestaltung. Seinen Abschluss machte Florian Busch an der Bauhaus Universität Weimar und der AA in London. Bevor er 2009 in Tokio sein Büro gründete, arbeitete er fünf Jahre bei Toyo Ito.
Unmittelbar hinter dem Block ragt ein 40 Meter hoher Wohnturm in die Höhe, was die Erschließung des Grundstücks zusätzlich verkompliziert. Mit einem leicht gefalteten, dreigeschossigen Volumen richten die Architekten das Gebäude an seiner Umgebung aus. Die glatte, schmucklose Oberfläche wird durch ein munteres Fassadenspiel kompensiert: Die unregelmäßig gesetzten und unterschiedlich großen Fenster scheinen zu flimmern.
Die Innenräume sind wiederum von einfacher Ordnung: Je auf einem Geschoss befindet sich ein großer Raum. Die Erschließung und Nassräume konzentrieren die Architekten auf einer Seite. Eine holzüberdachte Terrasse mit zwei eher symbolisch wirkenden Bäumchen bietet Platz zum Erholen, auch wenn man der Dichte nicht entfliehen kann. (pg)
Fotos: Nacasa & Partners
Was um die Jahrtausendwende noch avantgardistisch daherkam, lässt sich im Jahr 2015 kaum noch ertragen - diese Fassade mit ihrem "Spiel" aus großen und kleinen Fenstern ist altbacken und vor allen Dingen: Nicht schön. Der Trockenbau-Overkill innen ist auch: Nicht schön. Insgesamt steht das Gebäude mit seiner Kubatur aber gut da. Auch die Sonnendeck-Terrasse mit der Holzlattung auf Attikaniveau und der (auch schon oft gesehenen aber trotzdem netten) Reling gefällt.