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10.02.2016

Kleine Schwester

Bürogebäude in Berlin von Barkow Leibinger


Zusammen sind sie einer der wenigen Lichtblicke rund um das Areal am Berliner Hauptbahnhof. Barkow Leibinger Architekten haben ihrem Tour Total mit dem Monnet 4 eine kleine Schwester geschenkt. Der sechsgeschossige Büroneubau an der Ecke Heidestraße/Minna-Cauer-Straße schließt mit wenig Abstand an den 16-geschossigen Turm des französischen Mineralölkonzerns an und führt dessen Fassadenlösung auf eigene Weise fort. Anstelle der tragenden Fassade aus geknickten Betonelementen arbeiten die Architekten diesmal mit einer leichten Vorhangfassade aus Aluminiumprofilen, um das strenge Raster zu brechen.

Das zugrundeliegende Ordnungsprinzip überspielen Barkow Leibinger mit Hilfe einer zweiten Fassadenebene. Diese ist als umlaufende Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktion mit aufgesetzten Schwertern aus stranggepressten Aluminiumprofilen unterschiedlicher Zuschnitte ausgeführt. „Das vielgestaltige Fassadenbild ergibt sich auf Basis eines asymmetrischen Grundmoduls, das in leichter Variation zum Einsatz kommt und durch unterschiedliche Drehungen quasi von allein Vielfalt erzeugt“, erläutern Barkow Leibinger. Ihr Ziel war es, ein „schimmerndes, bewegtes Bild eines beinahe textil wirkenden Fassadenkleids – filigraner als beim Tour Total, aber mit dem gleichen visuellen Effekt“ zu schaffen, das „zwischen Offenheit und Geschlossenheit changiert und das Berliner Raster in Schwingung versetzt“.

Der 23 Meter hohe Neubau beinhaltet neben Büros ein Atrium mit Auditorium, Räume für die Gastronomie sowie eine Tiefgarage. Die Passage zwischen großem Bruder und kleiner Schwester stellt eine Verbindung zum nördlich gelegenen Park her. Mit den Gebäudeeinschnitten im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss wollen die Architekten das Ensemble, „in dem sich Unterschiedlichkeit und Verwandtschaft die Waage halten“, stärken. Und auch im Inneren gibt es Parallelen: Wie beim Tour Total greift auch im Monnet 4 die Wandverkleidung das Muster der Fassade auf und übersetzt es in ein Relief.

Der Blick auf die beiden südwestlichen Brandwände des Büroneubaus ist bis jetzt noch frei. Ein dritter Bauabschnitt soll den Block eines Tages zum Europaplatz hin schließen. Wie das zweite Schwestergebäude des Tour Total aussehen wird, bleibt abzuwarten –  Barkow Leibinger haben dies leider nicht mehr in der Hand. (jk)

Fotos: Corinne Rose, Werner Huthmacher


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Zu den Architektenprofilen:

Barkow Leibinger


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