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08.06.2017

Kirschholz in der Sattelkammer

Bistro von Max Dudler am Schloss Heidelberg


Wie wird aus einer historischen Sattelkammer ein Bistro? Architekt Max Dudler (Berlin/Frankfurt am Main), bekannt für sein Faible für Schlösser und Burgen, widmete sich dieser Frage im kürzlich fertiggestellten Umbau am Schloss Heidelberg. Wie zuvor schon beim 2012 eröffneten Besucherzentrum, neben Gärtnerhaus und Sattelkammer hat der Architekt sehr zurückhaltend in die vorgefundene Struktur eingegriffen.

Die Sattelkammer ist Teil der berühmten Heidelberger Schlossruine im Osten der Stadt. Die Stützmauer des Schlossgartens bildet den rückseitigen Rahmen. Das Schloss selbst gilt als eines der wichtigsten Bauwerke der Renaissance nördlich der Alpen. Dudler, der zuvor schon am Hambacher Schloss und an der Sparrenburg in Bielefeld arbeitete, hatte 2009 mit seinem architektonischen Gesamtkonzept für das den Schlossweg flankierende Ensemble aus Sattelkammer, Besucherzentrum und Gärtnerhaus den Zuschlag im Auswahlverfahren erhalten. Die Bauherren sind Vermögen und Bau Baden-Württemberg sowie das Amt Mannheim und Heidelberg.

Der Entwurf bewahrt äußerlich die Einheit der Sattelkammer mit ihren Nachbargebäuden. Im Inneren entfernte Dudler Einbauten aus den 80er Jahren und legte die ursprüngliche Dimension des 27 x12 x 9 Meter großen Raumes frei. Klare Linien dominieren nun den zum Schlossbistro umfunktionierten Bau aus rotem Sandstein. Nur die Tisch- und Stuhlreihen aus Kirschholz – ebenfalls Entwürfe von Max Dudler für die Deutschen Werkstätten Hellerau – und eine Theke füllen den knapp 190 Quadratmeter großen Raum. Die über zwei Meter dicken Sandsteinmauern und die verglasten Torbögen lassen die ursprüngliche Funktion erahnen.

Küche, Lager und Technik sind im turmartigen Seitenraum untergebracht. Eine raumhohe Akustikwand aus Kirschholz verkleidet die Nische im hinteren Teil des Raumes. Für den Boden wurde ein einfacher Terrazzo verwendet. Die Reduktion auf wenige Materialien – Sandsteinmauerwerk, Holz, Terrazzo – soll, so der Architekt, die Einfachheit des rechteckigen Raumes unterstreichen. Das bestehende Dach wurde durch ein zinkgedecktes Dach ersetzt, das die historische Dreiteilung des Gebäudes erkennbar lässt. Den Außenraum gestalteten Thomanek Duquesnoy Boemans (Berlin), ein kleiner Platz verbindet Bistro und Sattelkammer nun zu einem steinernem Eingangsensemble zur Schlossruine Heidelberg. (kat)

Fotos: Stefan Müller


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Sattelkammer, historische Stützmauer und Besucherzentrum (rechts) stehen für Materialkontinuität.

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Achse Torhaus und Sattelkammer

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Gastraum mit Theke im Hintergrund

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