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21.06.2011

Aus Bahn mach Kunst

Barozzi Veiga gewinnen Wettbewerb in Lausanne


Alte Bahnhöfe und Lokomotivhallen erleben häufig eine Wiedergeburt als Museum. In Lausanne soll nun auf einem stillgelegten Eisenbahn-Gelände am Hauptbahnhof das neue Musée Cantonal des Beaux Arts entstehen. Vom bestehenden Depotgebäude der SBB bleibt allerdings nur ein kleiner Teil erhalten.

Am Wettbewerb hatten sich Größen der internationalen Architekturszene beteiligt, darunter Souto de Moura, 51N4E Architecten, Allied Works Architecture, Bernard Tschumi, Kengo Kuma oder Nieto Sobejano. Die teilnehmenden Teams wurden jeweils aus Architekten- und Ingenieurbüros gebildet. Die 17-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Olivier Steimer (Vize-Präsident: David Chipperfield) vergab insgesamt sieben Preise:

1. Preis: „Bleu” von Estudio Barozzi Veiga (Barcelona) und Pondio Ingenieros, S.L. (Madrid)
2. Preis: „Déjeuner sur l'herbe” von Caruso St John Architects (London) und Conzett Bronzini Gartmann AG (Chur)
3. Preis: „15612011” von Made in Sàrl, Genève & Tekhne SA (Lausanne) und Babel, Ingénieurs Civils SA (Genf)
4. Preis: „Dionysos” von EM2N / Mathias Müller / Daniel Niggli Architekten AG (Zürich) und Aerni + Aerni Ingenieure AG (Zürich)
5. Preis: „Un train peut en cacher un autre” von Gigon & Guyer (Zürich) und DSP Ingenieure & Planer AG (Zürich)
6. Preis: „Felix” von Jessen + Vollenweider GmbH (Basel) / Kuehn Malvezzi GmbH (Berlin) und Diggelmann + Partner AG (Bern)
7. Preis: „Passages” von Durisch + Nolli Architetti Sagl (Lugano Massagno) und Fürst Laffranchi Bauingenieure GmbH (Wolfwil)
 
Erhalten oder abreißen, das war hier die Frage. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der „mutigen Klarheit“ des Siegerentwurfs: Das Projekt „Bleu“ der Architekten Fabrizio Barozzi und Alberto Veiga sah als einziges den Abriss der historischen Gebäude vor. Der industrielle Charakter des Geländes soll dennoch erhalten bleiben, um den Dialog mit der Geschichte zu ermöglichen. Ein Teil des alten Depots soll deshalb in die neue Fassade integriert werden, die großflächige Verwendung von Backsteinen soll den industriellen Charme zum Ausdruck bringen. Die Fertigstellung des Museums ist für 2016 geplant.
 
Der jetzige Wettbewerb hatte bereits ein längeres Vorspiel. Ursprünglich sollte am Ufer des Genfer Sees in Lausanne-Bellerive nach Plänen von Berrel, Wülser und Kräutler (heute Berrel Kräutler Architekten, Zürich/Basel), die im Jahr 2005 einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen hatten, ein Neubau entstehen (BauNetz-Meldung vom 16. 3. 2005). Nach heftigen Protesten bekamen die Sieger eine Chance, ihren Entwurf zu überarbeiten (BauNetz-Meldung vom 11. 2. 2008).
 
Doch die Karten wurden nochmals neu gemischt. Nach einer Abstimmung gegen das Bellerive-Projekt am 30. November 2008 rief die Kantonsregierung dazu auf, geeignete Standorte für das Projekt vorzuschlagen. Die Wahl fiel schließlich auf die SBB-Lokomotivhallen neben dem Bahnhof von Lausanne. Bernard Fibicher, Direktor des MCBA: „Ein Bahnhof ist eine Tür zur Welt. Ein Museum an einem SBB-Standort wird stark durch eine Philosophie der Offenheit, des Austauschs und der Begegnung geprägt sein.“ Mit dem neuen Musée Cantonal des Beaux Arts will das Büro Barozzi Veiga einen neuen öffentlichen Platz im Zentrum der Stadt schaffen.
 
Doch das Museum ist nur der erste Teil eines kulturellen Netzwerks am neuen Standort, gefolgt vom Musée cantonal de la Photographie, dem heuti­gen Musée de l´Elysée, und dem Musée municipal de Design et d´Arts appliqués contemporains (Mudac). Im Herzen von Lausanne gelegen, soll das Museumszentrum mit einer Fläche von 20.000 Quadratmeter als wichtiger Motor für die wirtschaftliche Entwicklung von Lausanne und somit der gesamten Genfersee-Region wirken.
 
Lausannes Stadträtin Silvia Zamora befürwortet das geplante Netzwerk: „Im Bereich der visuellen Künste fehlt es noch immer an einem ambitionierten Projekt, das die zahlreichen, in Lausanne bereits heute bestehenden Angebote unter einem Dach vereinen und ihnen so zu mehr Geltung verhelfen würde. Das Museumszentrum in der SBB-Lokomotivenhalle repräsentiert wie kein anderer Ort dieses ambitionierte Projekt.“


Zum Thema:

Website des Nouveau Musée des Beaux Arts



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1. Preis: Barozzi Veiga

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1. Preis: Barozzi Veiga

1. Preis: Barozzi Veiga

2. Preis: Caruso St John

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