WerkBundStadt: Paul Kahlfeldt und die 33 Architekten
BAUNETZWOCHE#468
WerkBundStadt: Paul Kahlfeldt und die 33 Architekten
BAUNETZWOCHE#468

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Foto: Anikka Bauer
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Kommentare
Ewald Atkins
an die interviewende Journalisten dieses Interview ohne Lachflash bis zum Ende durchgezogen zu haben. Die brillantetsen Architekten der Berliner Szene erarbeiten ein Konzept für die Stadt der Zukunft und haben als bahnbrechende Kernidee:"Die Fassade soll zu 60% aus Backstein sein"Ich hätte 61% vielleicht sogar noch radikaler gefunden. Aber das hat sich leider niemand getraut.Da muss man sich nicht wundern das die Gegenwartsarchitektur in der vollkommenen gesellschaftlichen Irrelevanz verschwindet.
Chris
Dieser städtebauliche Entwurf würde jedem Drittsemester um die Ohren fliegen: schlecht belichtete Wohnungen, schluchtenartige Straßenzüge, spannungsloses Einerlei . Ohne Not wird hier einem flächen- und gewinnmaximierenden Investorendenken gehuldigt, anstatt gesellschaftlich verantwortungsbewusst für die Stadtgemeinschaft zu entwerfen. Öffentliche Angebote oder gar gestalteter öffentlicher Raum? Fehlanzeige. Aus den öffentlichen "Resträumen", die man hier vorfindet und deren schneidende Zugigkeit einen schon aus dem Modell anweht, kann man nur noch flüchten. Gestaltet wird lediglich die eigene Fassade, ein Stein gewordenes divenhaftes Schaulaufen. Peinlich und der Tradition des Werkbundes unwürdig.
Nicolas
Meiner Meinung nach ist das eines der besseren zeitgenössischen Städtebauprojekte. Immerhin gibt es eine Vorstellung von Dichte, von Strassen, Plätzen und so weiter. Und auch wenn die Qualität der einzelnen Entwürfe natürlich unterschiedlich ist, so scheint doch so etwas wie ein zusammenhängendes Stück Stadt mit einem zumindest grundlegenden gemeinsamen Nenner zu entstehen, was heute leider schon viel verlangt ist.
Max
Die Standardisierung ist doch das Resultat der ehemaligen Avantgarde! Industrielles bauen hat der Werkbund erfunden. So, wie hier gezeigt, möchten viele Menschen heute einfach wirklich leben. In der Stadt, im Block, mit einer Straße vor der Tür in der sich vielleicht ein Geschäft befindet, mit Arbeitsplätzen in der Nähe. Und in einem Haus, dass sich von seinem Nachbarn unterscheidet ohne zu schreien. Beweis gefällig? Der Werkbund führt schon eine gut gefüllte Interessentenliste, dabei gibts noch nicht mal Planungs- geschweige denn Baurecht. Die alte Avantgarde ist es, die außerhalb unseres Berufsstandes belanglos geworden ist. Lasst die Stadt wieder wachsen, und zwar so.
Ingo S. Berlin
Der Werkbund ist seit den 60er Jahren keine Avantgarde mehr, verstaubt und selbstgefällig. Die teilnehmenden Büros dokumentieren das, Architektur ist in der Regel eben ein sehr konservatives bürgerliches Fach. Sie möchte sich immer gern mit der Macht einlassen.
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