Competition: Über Wettbewerbe
BAUNETZWOCHE#400
Competition: Über Wettbewerbe
BAUNETZWOCHE#400

- Dossier: Blanke Nerven um fünf Uhr morgens? Warum Preise keinen Erfolg bedeuten und nach Niederlagen die nächste Auslobung lockt. Das wahre Wesen der Architektur zeigt sich im Wettbewerb
- Frank Barkow: Ob Sieg oder Misserfolg – Champagner schmeckt in jedem Fall
- Nieto Sobejano: Warum in Deutschland die Norm zählt und in Spanien die Entwurfsidee
Teaserbild: Sébastien Barré / flickr / CC BY-NC-SA 2.0
Downloads
Kommentieren
Jeder, der einen Anteil hat, gehört zu den Miturhebern. Das Wesentliche, worauf ich zu sprechen kommen wollte, ist, dass trotz eines gemeinschaftlich zustande gekommenen Entwurfs, die Leistung nur einseitig gewürdigt wird. Die Frage kann man doch ernsthaft stellen, wer entwirft den Entwurf und wer profitiert von der öffentlichen Wertschätzung? In anderen Branchen werden Mitarbeiter z.B. in der Pharmaindustrie oder Automobilbranche, die bei der Erfindung eines Patents einen wesentlichen Anteil haben, namentlich genannt und im Patenttext als „Erfinder“ aufgeführt: Sie haben die Leistung für eine Firma erbracht, sind aber dennoch geistiger Eigentümer. Das wird bei den Architekten gerne vergessen.
natürlich stimme mit der angemessenen Würdigung des "Hauptentwerfers" vollkommen zu, gerade wenn WBW unter falscher Flagge abgegeben werden. Problematisch wird es doch dann gerade bei der Abgrenzung der Teamarbeiten. Kritische Diskussionen, Optimierungen, Anregungen führen doch meist erst zu einen richtig gutem Ergebnis. Dabei ist auch meist der kleine Kommentar oder Skizze von sehr erfahrenen Kollegen gold wert, wenn man ihn zu schätzen weiß. Die Frage nach der Zweitverwertung ist schon super...wäre doch nur das mit sich doch zumindest mit den Arbeiten bei neuen Verfahren bewerben könnte, dann hätten sich das ganze zumindest als Referenz gelohnt. ..und das Ende der schöpferischen Leistungen ist nicht mit der Lph2. abgeschlossen. Sicherlich ist hier die grobe Richtung für ein Haus gegeben...im Laufe des Projektes werden noch so einige Punkte teilweise grundlegend überarbeitet, was auch in angemessener Weise gewürdigt werden sollte.
Die 'Besserstellung' , obwohl ich diesen Begriff nicht verwenden wärde, gegenüber anderen Beteiligten, die in anderen Projektphasen einen wichtigen Beitrag liefern, liegt in dem Wesen des Urheberrechts, das nur durch eine geistige künstlerische Schöpfung erworben werden kann. Der Entwurf ist die DNA des Projekts, Managementtätigkeiten, auch versierte Detaillierungen, die aber letztlich nicht die Qualität einer schöpferischen Leistung erfüllen, sind vom Urheberrecht ausgeschlossen. Das ist Ähnlich wie bei einem Musikstück, wo einer den Song geschrieben hat und andere sich um die Aufnahme und den Vertrieb kümmern. Finanziert wird das von einem Label, aber keiner würde auf die Idee kommen, den Label als Urheber zu betrachten. Die Schwierigkeit des angestellten Entwerfers liegt darin, dass sein Geistesblitz, der durchaus großes bewegen kann, schnell erloschen ist. Nach gewonnenem Wettbewerb fängt er wieder bei Null an. Ein Kollege in einer anderen Leistungsphase kann Fachwissen anhäufen, das universeller ist. Deshalb besitzt der Entwerfer das Urheberrecht, das eben auch solche Leistungen anerkennt.