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Exkursion Lehrstuhl Prof. Hild, TU München

16.06.2017

Rundgang: Warschaus Altstadt

Wunder der Wiederaufbaus

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Urszula Zielinska-Meissner vom Amt für Denkmalpflege führt unseren Rundgang.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 85 Prozent der Gebäude Warschaus zerstört. Die Architektur der Nachkriegszeit war von der Frage bestimmt, ob und wie die Hauptstadt Polens wiederaufgebaut werden sollte. Man entschied sich die zu fast 100 Prozent zerstörte Altstadt mitsamt Dom und Königsschloss zu rekonstruieren.

Die Altstadt sollte auf der mittelalterlichen Parzellenstruktur wiederaufgebaut werden, allerdings mit lichten Innenhöfen, zeitgemäßer Haustechnik und modernen Wohnungsgrundrissen. Für die Fassaden wählte man jedoch nicht den unmittelbaren Zustand vor der Zerstörung, also das Erscheinungsbild des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern Versionen des 17. und 18. Jahrhunderts, das als Blütezeit Polens gilt. Zu Hilfe nahm man sich 20 Panoramagemälde, die der venezianische Maler Canaletto von Warschau angefertigt hatte. Es ging sogar so weit, dass man Canalettos Versionen den tatsächlich gebauten Versionen der Gebäude vorzog.

Technisch war der Wiederaufbau der Altstadt ein schwieriges Unterfangen, da eine Ost-West-Verkehrsachse unter dem Schlossplatz und einem Altstadtblock als Tunnel hindurchgeführt wurde. Als Anerkennung der Leistung für den Erhalt der polnischen Kultur erklärte die UNSECO die Warschauer Altstadt 1980 zum Weltkulturerbe.

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