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Exkursion Lehrstuhl Prof. Hild, TU München

16.06.2017

Vertikale Schichten der Stadt

Was Stadtplaner von Warschau lernen könnten

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Von Andreas Hild und Andreas Müsseler

Im Allgemeinen lässt sich eine Stadt als Überlagerung unterschiedlicher Stadtentwürfe verstehen. Das vorhandene Gewebe ist meist über einen langen Zeitraum hinweg entstanden. Städte lassen sich in ihrem aktuell sichtbaren Zustand deshalb auch als horizontale Schichtung unterschiedlicher Stadtkonzepte auffassen.

Warschau wurde nach seiner nahezu vollkommenen Zerstörung in wenigen Nachkriegsjahren wiederaufgebaut. Man folgte dabei nicht dem einen Gesamtentwurf oder der einen bestimmenden Idee. Stattdessen kamen zeitgleich unterschiedlichste Konzepte zur Anwendung. Rekonstruktion, moderne Utopie und sozialistischer Realismus führen eine friedliche Koexistenz.

Die üblicherweise horizontalen Schichten scheinen in Warschau vertikal vorzuliegen. Die gleichzeitige Präsenz ganz unterschiedlicher Stadtentwürfe wird so deutlicher, als dies in historisch gewachsenen Städten der Fall ist. Man fragt sich, wie wohl die handelnden Architekten und Planer dieses Nebeneinander reflektiert haben, wie die Fragen der jeweiligen Legitimität diskutiert wurden, wie die jeweils anderen in das eigene Vorgehen integriert wurden. Das ist auch deshalb interessant, weil ja auch im heutigen Städtebau ein Gemenge unterschiedlicher Vorgehensweisen sinnvoll sein könnte. Lernen von Warschau …


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