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05.10.2016

Baulücken in der Calle Baquedano

Workshop zu Iquiques Prachtboulevard

Ab 1830 entwickelte sich das 100 Einwohner zählende Fischerdorf Iquique zur aufstrebenden Metropole im Norden Chiles. Von hier aus wurde der in der Atacama-Wüste gewonnene Salpeter nach Kalifornien verschifft, zurück kamen die Schiffe mit dem Baumaterial Holz. Aus der widerstandsfähigen Oregon-Kiefer bauten sich wohlhabende Salpeter-Barone repräsentative Wohnhäuser entlang der Calle Baquedano, die das gesellschaftliche Zentrum an der Plaza Arturo Prat mit dem Meer verbindet. Veranden und luftige Dachaufbauten bilden das architektonische Thema. Von hier beobachtete man das Treiben auf der Straße und hatte die Möglichkeit, das Einlaufen der Handelsschiffe zu verfolgen.

1916 setzte mit der Entwicklung synthetischen Salpeters durch deutsche Chemiker der wirtschaftliche Niedergang Iquiques ein und die Stadtentwicklung stagnierte. Was blieb, waren die feudalen Häuser der Calle Baquedano. Noch heute bildet diese mit den Bürgersteigen und Straßenlaternen aus Holz und der historischen Straßenbahn das „Wohnzimmer“ der Stadt. Doch Baulücken und ausbleibende Instandhaltung einzelner Häuser bedrohen das einzigartige Gesamtbild.

Dies bietet den Anlass für einen internationalen Workshop chilenischer und deutscher Studierender zur Belebung der Calle Baquedano. Acht gemischte Teams liefern Gestaltungsvorschläge für unterschiedliche Grundstücke in der einstigen Prachtstraße. Lokale Hintergrundinformationen und externe Wahrnehmungen ergänzen sich zu erstaunlichen architektonischen Ideen und schlagen den Bogen zwischen dem historischen Erbe und den heutigen Anforderungen an Iquiques Zentrum.




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