aeroPORTO ALEGRE Platz 2

Ein neuer Flughafen für Porto Alegre

Laura Rink, Stefan Diemer / Universität Stuttgart
Porto Alegre, ganz im Süden Brasiliens gelegen, ist mit 1,5 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes. Mit ihrer Lage im Zentrum der südamerikanischen Handelsunion ebenso wie durch ihre europäisch geprägte Kultur ist die Stadt das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum Südbrasiliens. Doch der Flughafen Porto Alegres wird dem Anspruch der Stadt, national wie international gut vernetzt zu sein, schon lange nicht mehr gerecht. Mitten in der Stadt gelegen, ist er zwar schnell zu erreichen, stößt aber schon seit Jahren an seine Wachstumsgrenzen. Um der chronischen Überlastung Herr zu werden, beschloss die brasilianische Bundesregierung den Bau eines neuen Flughafens außerhalb der Stadt. Ab seiner Eröffnung im Jahr 2029 soll dieser in der Lage sein, 40 Millionen Fluggäste im Jahr zu bewältigen. Mit diesen Vorgaben beginnt der Entwurf.

Das Herzstück des neuen Flughafens ist das Passagierterminal mit bis zu vier Satelliten-Gebäuden, die zusammen zwischen den beiden Start- und Landebahnen liegen. Die Durchfahrten zwischen den Gebäuden gewährleisten kurze Rollwege für die Flugzeuge und sparen so wertvolle Zeit. Alle Fassaden, vor denen sich Parkpositionen für Flugzeuge befinden, sind gerade oder nur leicht gekrümmt. Dadurch wird eine maximale Effizienz und Flexibilität gewährleistet. Das Terminal-Gebäude bildet durch seine geschwungene dreieckige Form eine natürliche Grenze zwischen der Land- und der Luftseite des Flughafens, die landseitige Fassade des Gebäudes bietet einen einladenden Eingangsbereich. Östlich davon befindet sich die Flughafencity mit den Betriebseinrichtungen, die ebenso wie die luftseitigen Einrichtungen bedarfsgerecht erweitert werden können.

Der Schwerpunkt des Entwurfes liegt auf dem Passagierterminal, das nicht nur Porto Alegre, sondern die gesamte Region angemessen und zeitgemäß repräsentieren soll. Die gewählte Gebäudeform gewährleistet kurze, einfache und angenehme Wege auch für die Passagiere. Wegen der erforderlichen Trennung der Bereiche und der Passagierströme ist das Terminal in drei Ebenen aufgeteilt, die durch Öffnungen und Verbindungen dennoch einen großen Grad an Transparenz aufweisen. Trotz der strikten Abtrennung erlaubt der Grundriss durch die unabhängige Dachkonstruktion spätere Anpassungen und Umbauten.

Überspannt wird das Terminal ebenso wie die Satellitengebäude von einem multifunktionalen Tragwerk, das trotz seiner gigantischen Abmessungen leicht und filigran ist. Die sich selbst aussteifenden V-Stützen des Daches prägen zusammen mit den Lichtspielen innerhalb des räumlichen Tragwerks den Innenraum. Die geschwungene Dachfläche wird von einem eigens entwickelten modularen System eingedeckt. Photovoltaik-Elemente ermöglichen als Teil des Energiekonzeptes die Nutzung der Sonnenenergie und speziell verschattete Oberlichter inszenieren das Tragwerk und belichten den Innenraum. Die filigrane Seilbinderfassade tritt optisch zurück und gestattet Ausblicke zu allen Seiten des Terminals.

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2016

Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
Prof. Dipl.-Ing. Friedrich Grimm

Präsentation:
20.10.2015



Abschluss:
Master

Rubrik:
Verkehrsbauten

Software:
Vectorworks, Photoshop, Indesign, Rhinoceros, V-Ray

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