(NO) White Elephant Platz 2

Revitalisierung des Nationalstadions in Peking

Katharina Kurz / Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Wie auch bei vielen anderen Olympischen Stadien ist im Nationalstadion in Peking von Herzog & de Meuron durch die unökonomische Überdimensionierung, die durch die Olympischen Spiele gefordert wurde, keine regelmäßige Nutzung möglich. Die von den Architekten gewünschte öffentliche Begehbarkeit wird außerdem durch Absperrungen und staatliche Kontrolle verhindert. In dem Entwurf möchte ich die Barrieren für die öffentliche Nutzung entfernen und dem Stadion neues Leben schenken.

Der Schwerpunkt der Masterarbeit liegt auf der Reaktivierung des ungenutzten Stadions und des Olympischen Areals sowie der Etablierung von Sport für die breite Bevölkerung. Das Ziel des Entwurfes ist daher keine komplette Neuorientierung, sondern soll im Gegenteil die Entwurfsgedanken und Wünsche der Architekten Herzog & de Meuron stärken und vervollständigen. Um dies zu erreichen ist allerdings ein Umbau des Stadions notwendig, der die Dimensionen in einen menschlichen Maßstab setzt und in Bereiche unterteilt. Außerdem müssen attraktive Anreize zur öffentlichen Nutzung geschaffen werden.
Ein wichtiger Aspekt ist die Erhaltung der äußeren Erscheinung, sowie der Erhaltung der Einzigartigkeit des Entwurfs von Herzog & de Meuron. Da die Hülle mit ihrem Tragwerk, die die Besonderheit des Konzeptes ausmacht, unabhängig von dem eigentlichen Stadiongebäude stehen, können die ungenutzten Tribünen leicht ersetzt werden. An ihre Stelle soll ein multifunktionaler Bereich mit einem reichhaltigen Sport- und Freizeitangebot treten.

In China gibt es kaum Grundlagen für den Breitensport. Gerade für ärmere Bevölkerungsschichten kann es daher schwierig werden einen Zugang zu Sport zu finden. Das Nutzungsangebot soll daher dieser Tatsache entgegenwirken und als Sport Experience Center der Bevölkerung die Möglichkeit geben verschiedene Sportarten auszuprobieren und kennenzulernen.

Da das Stadion für die Olympischen Spiele gebaut wurde, sollte sich auch in der Nachnutzung der Olympische Gedanke wiederfinden. Daher bildeten die fünf Olympischen Ringe die Ausgangsbasis des Entwurfes. Die verketteten Ringe werden zusammen geschoben und bilden so ein gemeinsames Zentrum: Das Spielfeld in der Mitte.

Einen hohen Einfluss auf die Wirkung und die Nutzung eines Gebäudes stellt auch immer die Umgebung dar. Da diese im Fall des Nationalstadions aus einer gigantischen Betonfläche besteht, wirkt das Gebäude wenig einladend und überproportioniert. Die von der verbotenen Stadt ausgehende Achse, die sich durch das Areal erstreckt und einer Autobahn gleicht, steigert diese monumentale Wirkung noch.
Um das Gebäude in einen menschlichen Maßstab zu setzen, sind städtebauliche Änderungen notwendig.

Mein Entwurf sieht daher vor, das gesamte Olympische Areal in eine öffentlich zugängliche Parklandschaft umzufunktionieren.
Kernelement ist ein organischer Weg, der die umliegenden Stadien umspielt und die strengen und elitären Strukturen auflöst.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2017

Facts

Hochschule:
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Lehrstuhl:
Randolph Liem

Präsentation:
12.07.2017



Abschluss:
Master

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

Software:
Archicad, Rhinoceros, Photoshop, Indesign

Weitersagen


Ergebnis erfahren

Wir informieren dich über den Ausgang des Wettbewerbs per Email oder Facebook