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Neuentwicklung eines Internet Museums

Julia Thielen / HafenCity Universität Hamburg
Die zunehmende Verwendung technischer Medien hat in all ihren Handlungsfeldern zu einer Transformation geführt. Wir leben in einer Informations- und Wissensgesellschaft, die die Möglichkeit hat, durch das Internet immer mehr Informationen und Wissen zu erlangen. Durch den Wandel der Generationen und die rapide Weiterentwicklung des Internets gibt es heutzutage nicht mehr nur die reale Welt, sondern auch virtuelle Räume. Fast jeder Zweite weltweit hat einen Internetzugang. Jederzeit ist eine Informationsabfrage möglich. Es erscheint daher zunächst widersprüchlich, einen sich rasant entwickelnden, virtuellen Raum wie das Internet in einem Museum auszustellen. Die Darstellungsform „Museum“ hat sich jedoch im Laufe der Zeit den wandelnden Anforderungen angepasst. Das Museum als realer Ort hat dabei den Vorteil, zum Beispiel anhand von Entdeckungsräumen, mehrere Sinne des Besuchers anzusprechen. Es liegt also nahe, mit einem Museum einen Ort zu schaffen, an dem die gesellschaftlichen Prozesse, die das Internet hervorgerufen und beeinflusst hat, dargestellt werden. Das Internetmuseum erlaubt die Erfahrung einer virtuellen Welt im realen Raum. In diesem Sinne stellt das Internetmuseum eine Schnittstelle zwischen der realen und der virtuellen Welt dar. Die Entwürfe zeigen zwei Konzepte für Internetmuseen an unterschiedlichen Standorten, die zunächst als Vision für ein Internetmuseum stehen sollen.

Vision I Pier 57 - New York City
Der alte Pier 57 mit dem vorhandenen Industriegebäude steht für die flexible Nutzung des Raumprogramms im Bestandsbau. Auf dem 200 Meter langen Pier integrieren sich die Raumprogramm-Module in das vorhandene Raster. Das Spiel zwischen neu und alt lässt dem Besucher ausreichend Raum in den Modulen das neue, schnelle und virtuelle Internet und außerhalb der Module den realen existierenden Bestandsbau zu erleben. Das Museum macht die Schnittstelle zwischen Virtualität und Realität erlebbar. 

Vision II Luleå - Nordschweden
Der 200 Meter hohe Turm befindet sich außerhalb der Zivilisation in mitten der Wälder von Luleå. Luleå liegt in Nordschweden circa 100 Kilometer südlich des Polarkreises. Mit einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt in den Monaten November bis April und einer maximalen Ansteigung der Temperaturen auf fünfzehn Grad in den restlichen Monaten ist das Klima in Luleå optimal für ein Rechenzentrum. Der Turm ist nicht direkt sichtbar. Erst, wenn der Vorplatz erreicht wird, erstreckt sich der Turm in voller Größe. Die einzelnen Raummodule sind nicht, wie in New York City, horizontal, sondern vertikal angeordnet. Ein 200 Meter hoher spiralförmiger Gang verbindet die einzelnen Module. Die Fassade besteht aus einem Aluminiumgewebe, das keine thermische Hülle erzeugt, sondern die Luft durch das Gewebe strömen lässt. Die wichtige Kälte gelangt somit an die einzelnen Module und kann sie kühlen. Die Grenze zwischen Innen und Außen wird aufgelöst. Eine Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit entsteht.

Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2017

Facts

Hochschule:
HafenCity Universität Hamburg

Lehrstuhl:
Entwerfen und Gebäudelehre/ Prof. Sill

Präsentation:
12.10.2016

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, rhino, cinema 4d, illustrator, photoshop

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