Wohnen auf Zeit

Gedacht als Ensemble

Martin Grund / Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Aufgabe
Die Aufgabenstellung sieht einen Wohnungsbau für temporäre Bewohner vor, sowie eine integrierte Plusfunktion. Die Bewohnerstrukturen sollen auf die aktuelle Flüchtlingsthematik reagieren sowie die hohe Studentenfluktuation in Cottbus. Dem Hochbauentwurf liegt eine städtebauliche Analyse des Cottbuser Viehmarktes und seiner Umgebung zu Grunde. Dieser ist geprägt durch eine sehr heterogene umgebende Bebauung. Durch den städtebaulichen Entwurf wird versucht diese Situation durch klare Raumkanten zu beruhigen. Der sich konisch in von Westen in das Quartier öffnende Platz kriegt durch die freie Positionierung dreier Volumen, unterschiedlicher Größe, ein starkes Gegenüber.

Raumbeschreibung
Angedacht ist, als eine neue Form des Wohnens, die Plusfunktion der Probebühne des Cottbuser Staatstheaters als zentrales Element in das Ensemble zu integrieren.
Der Wohnungsbau beherbergt im Erdgeschoss eine Wäscherei. Dem Waschsalon ist eine Bar angegliedert, welches im Untergeschoss eine eigene Brauerei betreibt. In der Tischlerei werden sowohl Bühnenbilder der Probebühne gebaut als auch modulare, anpassbare Möbel für die Bewohner des Hauses. Der Gemeinschaftsbereich der Wohnungen lässt sich durch Trennwände variable gestalten und ermöglicht dadurch eine hohe Flexibilität in der Apartmentkombination. Gemeinschaftsräume sind nach Westen ausgerichtet, ihnen ist ein großzügiger Laubengang vorgelagert.

Die Probebühne als zentraler Teil des Ensembles soll neben einem Lager, dem Veranstaltungsraum, Garderoben und den notwendigen Technikräumen eine Dachterrasse mit Pflanzbeeten beherbergen. Diese ist durch eine Außentreppe, unabhängig von dem Inneren Ablauf der Probebühne, zu erschliessen.
Der kleinste Baukörper des Ensembles ist eine Quartierkantine in der Schauspieler und Anwohner sich treffen und ein Quartierübergreifende Gemeinschaft durch Stammtische, Leseabende und weitere Veranstaltungen gestärkt werden soll.

Formale Einigung
Um das Ensemble in seiner formalen Architektursprache zu einigen wir der Bogen als Struktur als einigendes Element verstanden. Der Bogen als klassische Struktur des Ziegelbaus wird durch moderne Architekturstrukturen wieder als Stilmittel verwendet. Eine Persiflage ist es allerdings, dass die Materialität dabei vollkommen ungeachtet bleibt und der Bogen als statisches Prinzip seinen Sinn verliert. Somit werden Bögen aus Beton aus reinem strukturellen, modischem Willen konstruiert. Dieser modische Wille hält sich dabei aber streng an der eigentlichen statischen Bogenstruktur und bricht nicht mit dem Raster eines statischen Systems. Blickt man allerdings in die Antike zurück ist der Bogen sowohl gestalterisches als auch statisches Element. Ziel des Entwurfes ist es demnach sowohl den Bogen in diesen zwei Ebenen zu verstehen. Um das Ensemble zu einigen findet sich der Bogen als Struktur in den einzelnen Gebäuden wieder. Im Fokus steht dabei die Moderne Entwicklung des Bogens bis hin bis zum gemauerten Sturz.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2016

Facts

Hochschule:
Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Lehrstuhl:
Ls Entwurf & Gebäudekunde

Präsentation:
01.03.2016



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
VectorWorks, Rhino, Photoshop, Illustrator, InDesign

Weitersagen


Ergebnis erfahren

Wir informieren dich über den Ausgang des Wettbewerbs per Email oder Facebook