Urban Noise

Ein Rockclub für Berlin

Anna-Lisa Ulbrich, Technische Universität Berlin
Mit der Institutionalisierung der Rock- und Popmusik, sind neue, spezifische Gebäude erforderlich. Die Bands kommen nicht mehr im VW- Bus; 18 m lange LKW sind der neue Standard. Gerade im Kontext einer sich in Transformation befindlichen Musikwirtschaft brauchen Musikerinnen und Musiker ein festes und vor allem unbürokratisches Raumangebot für Auftritte.  Neue Gebäude sollten Schallschutz und Sicherheit vor Vandalismus bieten, einen einfachen Zugang für große Menschenmengen haben und jeden Abend ein guter Gastgeber für ihre Subkultur sein. Die meisten Veranstaltungsorte in Berlin, die diese Möglichkeiten bieten, befinden sich in alten umgebauten Industrie- oder Gewerbehallen mit verschiedenster ursprünglicher Nutzung. Kirchen, Fabriken oder Kinos beherbergen jetzt Konzerte und Tanzabende. Ein Rockclub in Berlin, der speziell für diese Nutzung entworfen wurde, ist bisher nicht vorhanden. Neben technischen Fragen, stehen vor allem Langlebigkeit und Verankerung der Kultur im     ffentlichen Raum im Fokus. Ein einzigartiger Ort soll entstehen, um der Berliner Musikszene einen neuen eigenen Platz zu geben. Jedes Ereignis dort, groß oder klein, muss einzigartig, exklusiv und unvergesslich sein.
 
Das Projekt setzt sich zusammen aus zwei Gebäudeteilen: Dem "Urban Rock" im Vordergrund, der zwei Konzerthallen, ein Restaurant, mehrere Bars und alle nötigen Servicebereiche beherbergt und außerdem das Apartmenthaus, in welchem Musiker und Künstler sich einmieten können. Das Apartmenthaus bietet unterschiedlichste Wohnungsgrundrisse, diverse Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss und mehrere Aufnahmestudios und Workshop- oder Proberäume. Die Form des "Urban Rocks" ist geometrisch, kantig und geradlinig, im harten, minimalistischen Stil gehalten. Der monolithische Solitär steht wie der Frontsänger einer Band an der prominenten Straßenecke, im Rücken gestärkt von dem ebenfalls hart wirkenden Apartmenthouse. Der „Urban Rock“ soll eine Verkörperung der Rockmusik sein: Hart, laut, dreckig und doch mit einem gewissen Glamour und Luxus bedacht. Das Gebäude öffnet sich für Musiker, Künstler und Kreative jeglicher Art, bietet jungen Menschen einen Anlaufpunkt und bildet einen fe  sten Ort für die Musikszene im Berliner Stadtraum.Die kristalline Form ergibt sich sowohl aus der Grundstücksform und der angrenzenden Bebauung, als auch aus akustischen Gründen.
 
Der Entwurf zielt darauf ab, die bestehende Umgebung nur leicht zu berühren und trotzdem zu beeinflussen, den rohen und informellen Charakter des Ortes zu erhalten, der immer noch von Skatern und Graffitikünstlern gleichermaßen genutzt wird. Die neuen Baukörper passen sich der Umgebung an, auf drei Füßen stehend, über die der Besucher ins Innere gelangt.
Die Fassade besteht aus grob gestocktem, anthrazitfarbenem Beton mit kleinen geometrischen Fenstern, die nachts zu leuchtenden Bändern werden, welche die Form umspielen und etwas von dem Treiben im Inneren preisgeben.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität Berlin

Lehrstuhl:
Fachgebiet van Rijs

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
ArchiCad

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