Sportinternat Garmisch-Partenkirchen

Internatsschule für den alpinen Wintersport

Daniel Albrecht / Karlsruhe Institut für Technologie
Der alpine Wintersport in Deutschland ist im Wandel. Während der Skitourismus weiter zunimmt, ist die Zahl der Leistungssportler rückläufig. Das Sportinternat Garmisch-Partenkirchen ermöglicht Nachwuchsathleten einerseits in alpennähe zu trainieren, andererseits auch eine schulische Ausbildung zu absolvieren, die auf die speziellen Bedürfnisse der Spitzensportler Rücksicht nimmt und punktgenau fördert.

Der Standort im Ortsteil Partenkirchen liegt geschützt zwischen dem Fluss Partnach und einem Nebenarm. Der einzige Zugang erfolgt über die südlich gelegene Schornstraße.
Städtebaulich galt es die Verbindung der klassischen oberbayerischen Wohnhäuser mit dem Volumen eines Internats zu verbinden. Dazu besteht der Komplex aus mehreren Einfirsthäusern mit Satteldächern, die durch einen Flachbau verbunden wurden, um die Dreiteilung in Schule, Sport und Wohnen zu unterstützen. Im Stile der oberbayerischen Bauweise besteht das Sockelgeschoss aus einem rauen Sichtbeton, der in den Außenwänden als Dämmbeton ausgebildet ist, sowie einem hölzernen Aufbau, der Obergeschoss und Dachkonstruktion verbindet.

Der Zugang zum Sportinternat erfolgt über den Schulbereich, in welchem sich freie Flächen und klassische Unterrichtsräume abwechseln. Durch den Materialwechsel zwischen Erd- und Obergeschoss wird die Atmosphäre den verschiedenen Funktionsräumen angepasst. Der Sportbereich verbindet den Schul- mit dem Wohnbereich und bietet als Mensa und Aufenthaltsraum eine Gemeinschaftsfläche, die rund um die Uhr genutzt werden kann.

Die Sporträume sind durch eine Funktionsspange vom Atrium getrennt, große Schaufenster bieten aber Einblicke in die verschiedenen Hallen. Der Zugang zum Sportbereich erfolgt über das Untergeschoss, das durch zwei große Freitreppen mit dem Erdgeschoss verbunden ist. Sport-, Schwimm, und Kletterhalle bilden das dreifache Satteldach und sitzt wie eine Krone zwischen Schule und Wohnen. Im Wohnbereich ähnelt die Konstruktion und das Material dem Schulbereich und bietet 40 Doppelzimmer für die zukünftigen Spitzensportler. Gemeinschaftsbereiche zwischen den Zimmerspangen unterstützen die soziale Interaktion.

Konstruktiv besteht der Holzaufbau aus drei Ebenen. Die Trägerebene bietet ein Dreigelenkträger mit 25 Metern Spannweite. Die Dämmebene ist zurückgesetzt und bildet einen Balkon aus, der als Fluchtweg fungiert. Hierbei handelt es sich um Sandwichelemente aus Weißtanne. Die Dachhaut ist ebenfalls als Sandwichelement ausgebildet, verfügt aber zudem über eine Blecheindeckung, die als wasserführende Schicht dient. Darüber liegt die sichtbare Lamellenkonstruktion, wodurch die Vertikalität der Konstruktion weiter unterstrichen wird.

Die Innenwände sind damit von der Tragkonstruktion losgelöst und bieten so die Möglichkeit durch verschiedene Elemente (Stauraum, Sitzbank oder Schaufenster) auf die speziellen Anforderungen der einzelnen Schulräume einzugehen.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2017

Facts

Hochschule:
Karlsruhe Institut für Technologie

Lehrstuhl:
FG Baukonstruktion - Prof. Ludwig Wappner, FG Architekturkommunikation - Prof. Dr. Riklef Rambow

Präsentation:
18.10.2017



Abschluss:
Master

Software:
Vektorworks, Rhino, Cinema4D, Adobe Photoshop, Adobe Indesign

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