Poppalast

Tempel der Populärkultur

Cornelius Braam, Felix Hof / Universität Stuttgart
Der Entwurf einer monofunktionalen Konzerthalle für Popkonzerte mit ca. 10.000 Besuchern in direkter Nähe zu den Olympiabauten von Günter Behnisch und Frei Otto erfordert neben einer eindeutigen städtebaulichen Position auch eine dezidierte Auseinandersetzung mit dem Thema Popmusik und –kultur. Der Bau soll weder für Messen und Veranstaltungen aller Art noch für klassische Musik nutzbar sein. Er soll vielmehr die Prinzipien der Popkultur verinnerlichen und so Ausdruck der Populärmusik werden. Unser Vorschlag ist topografisch in den Olympiapark eingebunden, spricht jedoch eine ganz eigene Formensprache, die sich aus seiner Nutzung begründet.

Ikonografie

Die Popkultur verlangt statt anonymer Konzerthallen in der Großstadtperipherie nach einer architektonischen Ikone. Die Konzerthalle wird zu dem, was sie bedeutet: Der Tempel der Populärkultur, dem sakralen Raum der modernen Konsumgesellschaft.

Reizüberflutung

Der Poptempel wird zum festen Rahmen einer alles umfassenden Reizüberflutung. Die Grenzen von Architektur und Konzert verschwimmen. Wand, Licht, Oberfläche, Luft, Klang, Zuschauer und Künstler werden zum geballten Erlebnis. Für die Dauer eines Auftritts werden alle menschlichen Sinne konsequent überfordert: Musik, visuelle Überreizung, körperliche und emotionale Nähe fremder Menschen, Geruch (Schweiß, Bier, Rauch).

Zugänglichkeit

Popmusik erreicht die Massen, weil sie nicht zum Nachdenken auffordert, sondern Antworten anbietet. Die Architektur eines Poppalasts muss deswegen einfach sein. Die Struktur des Gebäudes muss von jedem Besucher sofort verstanden werden. Sie verzichtet auf komplexe Raumabfolgen: ein einziger großer Konzertraum, in sich spannungsvoll, von allen Seiten zugänglich. So viel Begrenzung und gleichzeitig so viel Durchlässigkeit wie möglich.

Zeitgeist

Architektur für Popmusik darf nicht aus der Mode kommen. Der Poptempel bildet eine Grundstruktur, welche sich die Populärkultur immer wieder aufs Neue aneignen kann. Die Substanz aus rohem Beton kann zeitlich nicht verortet werden. Der technisch aufgerüstete Innenraum ist hingegen immer auf dem Stand der Entwicklung. Der Tempel der Populärkultur bleibt über die Jahre bestehen und kann wandelnde Moden und Stile aufnehmen.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2015

Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
IRGE Prof. Markus Allmann

Präsentation:
20.07.2015



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, Cinema 4D, SketchUp, Photoshop

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