Neues Schauspielhaus Karlsruhe

robustes Gerüst & edles Kleid

Lara Maria Lieb, Karlsruhe Institut für Technologie, Universität Karlsruhe
Der Entwurf für ein neues Schauspielhaus Karlsruhe geht von der Annahme aus, dass eine städtebauliche Verankerung nur durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum erreicht werden kann. Aufgabe war es dem bestehenden badischen Staatstheater einen eigenständigen, unabhängig funktionierenden Gebäudekörper gegenüberzusetzen.

Aus dem immens großen Flächenbedarf der geplanten Erweiterung des Badischen Staatstheaters und der unverhältnismäßig kleinen zur Verfügung stehenden bebaubaren Fläche resultiert unmittelbar ein offensichtlicher Platzmangel im öffentlichen Gefüge.! Aus diesem Kontext heraus operiert der Entwurf und nutzt das Potential den städtischen Raum auf Platzebene maximal zu halten.

Die vertikale Anordnung des Programms ermöglicht die vielfältigen horizontalen Blickbezüge auf das bestehende Staatstheater, das allein seiner Dimension und Bedeutung wegen nicht geschwächt werden soll. Die bestehende Tiefgarage und die Umbaumaßnahmen der Kriegsstrasse im Zuge der Kombilösung werden in den Entwurf muteinbezogen.

Das Neue Schauspielhaus wächst aus dem Stadtboden organisch heraus und bildet pilzartig ein platonisches Dach aus. So entsteht der räumlich gefasste Ettlinger-Tor Platz im Winkel zur alten Postdirektion von Hermann Billing. Das Dach wirkt wie eine umgekehrte Topographie, die durch die vorgehängte Fassade als Kleid einen großzügigen Binnenraum generiert, der den Arkadenraum der umliegenden Nachbarschaften aufnimmt und räumliche Kontinuität gewährleistet.
Die Hauptbühne bildet mit den Seitenbühnen, der Hinterbühne und dem Theaterturm den Kern des Gebäudes. Dabei stehen sich das Foyer des badischen Staatstheaters und das des Neubaus gegenüber. Im Dach sind die Büros, Umkleiden und Ateliers mit optimaler Belichtung, sowie die Probebühne und ein Café mit Bezug zur Dachterrasse untergebracht. Die Bühne für das Junge Staatstheater ist im Untergeschoss. Die Pausenfläche des Jungen Staatstheaters wird über trichterförmige Lichtschächte vom Platz aus belichtet.
Der Weg zum Badischen Staatstheater wird durch den skulpturalen Punktbau zur inszenierten Promenade mit dem Wechselspiel zwischen filigraner, Vorhang anmutender Hülle und umlaufendem Wasserbecken,
das für Lichtspiegelungen sorgt. Der Eingriff ist somit nicht nur Auftakt, sondern auch Schleuse und Verbindung und tritt in ständigen synthetischen Dialog und direktem Gegenüber zum bestehendem Staatstheater durch den Theaterplatz.
Dieser Hauptplatz wird durch den bestehenden, dichten Baumbestand zur Kriegsstraße hin gerahmt. Skulpturen wie der Musengaul (das Wahrzeichen des badischen Staatstheaters) und ein Café beleben den neu gefassten Theaterplatz.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2014

Facts

Hochschule:
Karlsruhe Institut für Technologie, Universität Karlsruhe

Lehrstuhl:
Fachgebiet Gebäudelehre, Prof. Daniele Marques

Präsentation:
25.06.2014



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Archicad

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