Neue Nationalgalerie China

Chinesische Nationalgalerie im Olympic Green Peking

Frieder Plümel und Haitao Long, Universität der Künste, Berlin
Zielsetzung
Im Olympic Green in Peking soll ein neues Nationales Kunstmuseum entstehen. Nachbarn sind neben den Sportstätten weitere geplante Museen sowie ein Shoppingbereich. Ziel dieser Arbeit ist die Schaffung eines freien Ortes, der sich dem oberflächlichen Konsum verweigert, Identität schafft und bewahrt und kulturellen Austausch ermöglicht. Das Museum soll bei den Besuchern eine poetische und kontemplative Stimmung evozieren.

Subtext
Nachdem die Tradition in China über ein Jahrhundert lang gewaltsam unterdrückt wurde, vollziehen sich im Zuge des Wandels einer marxistischen Gesellschaft zur Marktwirtschaft erst pragmatische Veränderungen, woraufhin das Ideologische Rüstzeug nachgeliefert wird. Diese Nachfrage nach Identität ist Treibstoff für eine dynamische Kunstszene. Dabei beeinflussen Markt und Medien Architektur und Kunst stark. Einerseits gibt es viele Freiheiten, aber andererseits eine strenge Kontrolle im öffentlichen Raum.

Kontext
Für Mumford ist die Stadt selbst das größte Museum. In diesem Sinne soll das Museum als selbstreflexives Kunstwerk verstanden werden, das auf seinen Kontext reagiert, was sich in dem Schaudepot und der Durchmischung von Shopping und Ausstellung zeigt.

Kunstbegriff
Kunstbegriff und die Institution Kunstmuseum bedingen sich gegenseitig. Daher wurde bewusst Position bezogen und der Kunstbegriff hinterfragt. Statt der Moderne und ihrem white cube, soll im Sinne Heideggers ein Ereignismuseum entstehen. Dabei geht es um Erweiterung des Sinnhorizonts und eine aktive Erarbeitung der Kunst durch die Besucher; das Museum soll außerdem als starke Institution die Künstler dazu auffordern, gegen es zu arbeiten.

Typologie
Die Typologie des Museums als europäische Erfindung hat sich vor allem aus dem Louvre entwickelt. Zeichen der Revolution war die Umwidmung in ein Museum. Auch der Kaiserpalast in Peking wurde nach der Revolution in ein Museum umgewidmet. Deshalb wurde versucht, aus dem Kaiserpalast eine chinesische Museumstypologie zu entwickeln, als in der Tradition verankerter integraler Bestandteil eine modernen Perspektive.

Entwurf
Abgeleitet vom Ensemblecharakter der traditionellen chinesischen Palastarchitektur und den Dachformen wurde die Form im städtebaulichen Spannungsfeld unter Berücksichtigung der Funktion entworfen. Die innere Organisation folgt der europäischen Typologie, die z.B. im British Museum und im Alten Museum ausgeprägt ist. Dabei ist eine zentrale Halle von einer umlaufenden Rampe als Galerie gefasst. So entsteht ein Hybrid aus europäischen und chinesischen Elementen.

Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2012

Facts

Hochschule:
Universität der Künste, Berlin

Lehrstuhl:
Entwerfen und Baukonstruktion / Prof. Bettina Götz / Prof. Florian Riegler

Präsentation:
14.04.2011



Rubrik:
Kulturbauten

Software:
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