Musée Surréel

Erweiterung der Neuen Nationalgalerie am Kulturforum in Berlin

Sebastian Linde / Technische Universität Dortmund
Der Baukörper des Musée Surréel ist in drei in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete Spangen gegliedert, die auf drei oberirdischen und einer unterirdischen Ebenen alle Funktionen eines autark funktionierenden Museums in sich aufnehmen. Die Zonen zwischen den drei Spangen dienen zum einen der Erschließung, halten jedoch zum Teil auch weitere Funktionen bereit.

Das Museum empfängt seine Besucher an der Sigismundstraße, denen sich nun die Möglichkeit bietet, den Skulpturenhof zu betreten, welcher als Bindeglied zwischen Neuer Nationalgalerie und Musée Surréel agiert. Dieser Außenbereich ist während der Öffnungszeiten des Museums für jedermann frei zugänglich.

Strukturell ist das Gebäude auf einem quadratischen Raster mit einem Achsmaß von 7,2 Metern konzipiert und führt somit das Raster der Neuen Nationalgalerie fort. Hierdurch und durch die Wahl der verwendeten Materialien gleicht sich der Neubau bewusst an die Neue Nationalgalerie an und bildet mit dem Bestand ein neues Ensemble.

Die Ausstellungsräume sind als flexibel nutzbare Flächen konzipiert und bieten stützenfreie Einheiten von jeweils ca. 1103 Quadratmetern, mit Raumabmessungen von 14,0 auf 78,8 Metern. Dies ermöglicht das flexible Unterteilen der großen Flächen je nach Anforderung der ausgestellten Inhalte. In der vorgeschlagenen Konfiguration befindet sich im Untergeschoss eine Studiengalerie mit multimedialen Inhalten, sowie Grafische Kabinette. Die Ausstellung im 1. Obergeschoss ist als fließende Abfolge von raumartigen Wandkonstellationen konzipiert. Die Belichtung der Flächen wird durch großflächige LED-Lichtdecken sowie die Fenster des Lichthofs ermöglicht. Das 2. Obergeschoss profitiert von großen Oberlichtern, welche senkrecht einfallendes Tageslicht in die Ausstellungsräume fallen lassen und dabei durch Kränze aus LED-Lichtflächen unterstützt werden. Die dargestellte Konfiguration der Räume orientiert sich an klassischen Museumssälen und eignet sich besonders für großformatige Werke.

Die tragenden Elemente des Museums sind als Stahlbeton-Skelettkonstruktion konzipiert, die Fassade als eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus grünen Marmor-Fassadenplatten der Sorte Tinos Verde, welche von deutlich sichtbaren Stahlprofilen in anthrazitfarbener Eisenglimmer-Lackierung gehalten werden. Die stählernen Profile gliedern ähnlich wie Lisenen die Fassadenfläche. Wie ein steinerner Vorhang, der einen Teil des Gebäude freigibt, bekleidet die Fassade nur die Obergeschosse - das Erdgeschoss ist allseits verglast.

Ähnlich wie Ludwig Mies van der Rohe den Entwurf von Karl Friedrich Schinkel für das Schloss Orianda auf der Krim zitiert, so finden sich im Projekt des Musée Surréel immer wieder Zitate aus dem Werk von Mies, sodass ein kontinuierlicher Erzählstrang aus architektonischen Elementen entsteht. Der Neubau liest sich somit in Zusammenhang mit dem vorhandenen Gebäude als kohärentes Ensemble und trägt zur weiteren Steigerung der Attraktivität des Museumsforums in seiner Gesamtheit bei.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2015

Facts

Hochschule:
Technische Universität Dortmund

Lehrstuhl:
Lehrstuhl Grundlagen und Theorie der Baukonstruktion, Professor Kahlfeldt

Präsentation:
23.09.2014



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, SketchUp, 3ds Max, V-Ray

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