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LILI
eine wasserwelt für kinder
wie seit einigen jahren zu beobachten ist steigt die zahl der kinder mit übergewicht und adipositas stetig. gleichzeitig ist belegt, dass der medienkonsum der kinder und jugendlichen zu lasten sportlicher betätigungen sowie sozialer kontakte zunimmt, während die kinder sich vermehrt in virtuelle welten zurückziehen. kommuniziert wird beinahe ausschliesslich von rechner zu rechner, sodass bewegung weitestgehend überflüssig ist: die natur lerne ich bei bedarf in tierdokumentationen im fernsehen kennen, meine freunde treffe ich virtuell im internet, die pizza kann ich dort auch zwischendurch bestellen und mein geist wird auch in den computerspielen gefordert...
es ist kein wunder, dass körperliche beeinträchtigungen nicht lange auf sich warten lassen. übergewicht und rückenprobleme sind lediglich die anfänge eines daraus resultierenden körperlichen leidensweges, an dessen ende häufig psychische probleme stehen. reizverarmung und mangelnde soziale kontakte führen insbesondere zu depressionen.
kinder sollten wieder reale interaktion mit anderen kindern in der natur erleben und dabei spielerisch erfahrungen sammeln. der eigene körper sollte wiederentdeckt oder erst kennengelernt werden.
was kann mein körper überhaupt und wo sind seine grenzen, wie riecht etwas, wie schmeckt etwas, was ist es eigentlich und wie fühlt es sich an?
kinder und jugendliche sollen sich selbst kennenlernen, ihre sinne (wieder-) entdecken und sensibilisieren. spielerisch kann der umgang miteinander und die kommunikation untereinander revitalisiert werden.
kinder müssen wieder in bewegung kommen. das element wasser kann der treibstoff für diese bewegung sein.
ziel des entwurfes ist es, einen ort zu entwickeln, welcher die unterschiedlichen sinnesorgane eines kindes anspricht, an dem kinder miteinander etwas erleben aber auch ganz eigene, individuelle erfahrungen machen.
in dem entworfenen schwimmbad gibt es ein zentrum, um das sich jeweils unterschiedliche erlebnisräume organisieren. jeder raum birgt ein spannendes, unerwartetes erlebnis. die fliessenden bewegungen des gebäudes führen die kinder durch das gesamte bad. mit der gebäudeform kann auf das jeweilige nutzungsprofil und die benötigte grösse eines raumes reagiert werden. das system funktioniert an unterschiedlichen orten und in variierenden grössen.
das gebäude scheint eine momentaufnahme eines fliessenden vorganges zu sein, es läuft hinunter, schwappt hinauf und sucht sich ganz einfach seinen eigenen weg. die gebäudeöffnungen suggerieren von der glatten aussenfläche abzuperlen und an ihr hinunterzulaufen.
lili modeliert um sich herum einen frei zugänglichen, öffentlichen raum, welcher auch ausserhalb der eigentlichen gebäudenutzung einen zur aktivität und bewegung einladenden ort entstehen lässt. das element wasser wird auch hier aufgegriffen und erlebbar gemacht.
Entwurfsprozess / Eingesetzte Software:
prozess:
analyse - theoretische konzeption - ausarbeitung
software:
archicad - maya - photoshop - indesign
Verfasser:
Simon Kassner
Hochschule:
Universität Siegen
Lehrstuhl:
Grundlagen des Entwerfens und Entwerfen / Prof. Sibylle Käppel-Klieber
Präsentation:
28.01.2010
Rubrik:
Kulturbauten




