Köln: Neugestaltung eines Grundstücks südlich des Römisch-Germanischen-Museums

Stadtmuseum - Kurienhaus - Verwaltung RGM

Christopher Scholer / RWTH Aachen
Als Folge des im Jahr 2007 stattgefundenen Auszuges des Diözesanmuseums in den Kolumba-Neubau steht ein Großteil der Räumlichkeiten des Kurienhauses am Roncalliplatz leer. Durch die technisch veralteten Anlagen ist die räumliche Voraussetzung für eine moderne Verwaltung und die adäquate Unterbringung wertvoller Archivbestände der Dombauhütte nicht mehr gegeben.

Durch den Abriss der beiden Gebäude südlich des RGM entsteht eine kostbare Baulücke, die durch einen Neubau die einmalige Chance bietet, diese drei Institutionen zusammenzulegen und an der Südseite des Doms großmaßstäblich aufzuräumen.

In unmittelbarer Domnähe soll ein städtebaulicher Höhepunkt geschaffen und gleichzeitig eine Stärkung der historischen Mitte Kölns angestrebt werden. Der Neubau passt sich in die großformatigen Solitärbauten auf der Domplatte ein und grenzt diesen Bereich wieder deutlich von der kleinteiligen Bebauung der südlich angrenzenden Altstadt ab. Die Tradition eines Museums an dieser Stelle wird wieder aufgenommen und im Zusammenspiel mit dem RGM, dem Museum Ludwig und dem Neubau des Stadtmuseums entsteht ein Dreiecks-Konglomerat der Museen.

Die Domplatte ist mit dem Roncalliplatz die am höchsten frequentierte Fußgängerzone Kölns, wodurch den Wegeverbindungen besondere Aufmerksamkeit zuteil wirde Heinz Macks „Himmelssäule“ markiert die neu angelegte Wegeverbindung zwischen dem Roncalliplatz und dem Kurt-Hackenberg-Platz, der als Mittler zwischen der Domplatte und dem Rheinufer fungiert.

Die entstehenden Räume unter den parabelförmigen Gewölben dienen dem Treffen, der Durchwegung und der Erschließung, wobei der Charakter an eine Markthalle erinnern lässt, die sich zu den beiden Plätzen hin öffnet. Im oberen Ausstellungsgeschoss entsteht durch die unterschiedlich hohen Parabeln eine Topografie als Landschaft, die von einer mit Oberlichtern durchbrochenen Decke als Himmel nach oben abschließt. Die Parabel beschreibt das identitätsstiftende Moment im architektonischen Gefüge und gilt hinsichtlich statischer Funktion als ideale Form des Bogens.

Aus dunklen Ziegeln wird ein Rautenmotiv gebildet, dass sich wie eine textile Hülle um die als Skulptur ausgebildeten Baukörper spannt. Das Baumaterial Ziegel ist besonders interessant, weil er industriell und abstrakt wirkt und gleichzeitig das traditionelle Bewusstsein stärkt.

Der hierbei angestrebte dunkle Ziegel findet seine Berechtigung, indem er die hellen Gewölberäume hervorhebt im Vergleich zu Rot-buntem Klinker nicht die Aufmerksamkeit nur auf sich selbst zieht.

Das Rautenmuster dient der skulpturalen Erscheinung des Bauwerkes, dem Lichteinfall der Innenräume und durch die hervortretenden Kopfziegel ergibt sich eine plastische Licht- und Schattenwirkung der Oberfläche, die je nach Sonnenstand mal deutlicher, mal kaum wahrnehmbar hervortritt.


Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2016

Facts

Hochschule:
RWTH Aachen

Lehrstuhl:
LFG Denkmalpflege und Historische Bauforschung - Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe & Prof. i.V. Ir. Architekt Fred Humblé

Präsentation:
24.08.2015



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
ArchiCAD 18, Photoshop

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