Kloster an der Ruhrallee

Erweiterung des Hochbunkers Leipziger Strasse 10, Dortmund

Philip Dörge / Technische Universität Dortmund
Südlich des Dortmunder Stadtkerns, gerahmt durch die Ruhrallee, die Leipziger Strasse und einen kleinen Park findet sich ein monolithischer Zeitzeuge aus dem letzten Weltkrieg - der Hochbunker „Leipziger Strasse 10“. Lange zu Verwaltungszwecken genutzt, steht dieses Betonbauwerk seit den 90er Jahren inmitten einer baulich heterogenen Umgebung ungenutzt und verlassen da.

Für die vorliegende Bachelor Thesis soll dieser Monolith das Thema der Aufgabe bilden. Diese besteht darin, den Hochbunker zu einem Ausgangspunkt für ein Wohnbauprojekt werden zu lassen. Durch eine eingehende Analyse und individuelle Interpretation des Vorgefundenen soll eruiert werden, in welcher Weise der eingeschossige Hochbunker geändert und/oder ergänzt werden kann.

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Wohnüberbauung dieses besonderen, geschichtsträchtigen Ortes führte nach eingehender Analyse zur Typologie des Klosterbaus. Diese findet gleichsam wie der Bunker, wenn auch unter gegensätzlichen Motiven, ihre Existenzberechtigung als autarkes System in der Weltflucht.

Der Umbau sowie die Erweiterung zu einem abgeschlossenen Dominikanerkonvent organisiert das zentrale, gemeinschaftliche Raumprogramm eines Klosters im bestehenden Bunker. Vier Funktionstypen legen sich um einen Deckenausschnitt: das Refektorium, die Liturgie, das Studium sowie Nebenflächen. Sie bilden mittig der schweren Masse einen wilden, städtischen Garten Eden mit Kreuzgang, gänzlich abgeschnitten von Schmutz, Lärm und Geruch der Umwelt.

Die privaten Zellen und Gebetsräume der Mönche werden in einem neuen Volumen auf dem Bunker untergebracht. Städtebaulich prägnant auf der Ecke des Bestandes stellt der knapp 40 Meter hohe, aufgeschichtete Waschbetonturm einen Kontrapunkt zur Flachen Masse des Bunkers dar und bildet sich sakral im Stadtbild ab.

Der quadratische Turm organisiert sich um einen zentralen, vertikalen Kreuzgang - das Treppenhaus. In seiner gesamten Höhe verbindet es acht Zellengeschosse miteinander. Diese werden durch zwei dazwischenliegende Sondergeschosse für Bad und Gebet rhythmisiert. Um das mittige Treppenhaus ordnen sich windmühlenartig vier Betonkerne. Sie beherbergen pro Geschoss zwei Nasszellen, den Aufzug sowie eine kleine Kammer. Zwischen den Kernen finden sich die Wohnzellen, bzw. die Bad- und die Gebetsfunktionen. Das Treppenhaus endet offen im Dachgarten.

Baukonstruktiv sieht der Entwurf eine Konstruktion aus Ortbeton vor, in die nachträglich die Funktionen auskleidend eingebaut werden.

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2016

Facts

Hochschule:
Technische Universität Dortmund

Lehrstuhl:
Grundlagen der Architektur / Prof. Wouter Suselbeek

Präsentation:
12.03.2014

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
AutoCAD, Cinema4D, Vray, Photoshop, InDesign

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