Juni.Giebel

Beletage Tower

Christopher Richter / Fachhochschule Potsdam
Berlin kann sicherlich keine ausgeprägte Hochhauskultur vorweisen, wie sie beispielsweise in großen amerikanischen Städten anzutreffen ist. Trotzdem stellt sich in der deutschen Hauptstadt immer wieder die Frage wie in Hochhäusern gewohnt werden soll. Auf der Suche nach einer schönen Stadt müssen wir uns endlich von der armen Kiste als Idee eines Hochhauses lösen. Gleichwohl dürfen wir uns aber nicht in konfuse Formen und Symbole stürzen, die mit modernen Versprechungen locken und dann zum reinen Selbstzweck verkümmern. Denn in erster Linie ist das Hochhaus, im Besonderen jenes in dem auch gewohnt wird, ganz einfach ein hohes Haus. Es ist das "haushafte" das wir vielerorts an unserer zeitgenössischen Architektur vermissen. Bei großen Häusern fällt der Verlust einer cleveren Architektursprache besonders schwer ins Gewicht. So gibt es bei den meisten Hochhäusern keine Differenzierung innerhalb ihrer vertikalen Abwicklung. Von einer Entwicklung kann häufig überhaupt keine Rede sein. Sodass diese doch so spannende Typologie auf eine reine Stapel- und Additionslogik reduziert wird.

In Nachbarschaft zum frisch sanierten Charlottenburger Tor, dem Landwehrkanal und dem markanten Umlauftank der Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffsbau von Ludwig Leo ist das Areal wohl eines der spannendsten Brachen in der Stadt. Gleichwohl verfügt das mir hier zur Verfügung stehende Grundstück, aufgrund seiner exponierten Lage zur Straße des 17. Juni sowie der direkten Nähe zum Bahnhof Zoo, über mehr als ausreichende Charakteristika um mit einer besonderen architektonischen Geste, in Form eines Hochhauses, die City West zu bereichern sowie ein mögliches neues Quartier am Zoo zu eröffnen.

Im Geiste großstädtischer amerikanischer Apartment- und Geschäftshochhäuser formt das hohe Haus mittels geschossweiser Abstufungen nach oben hin eine markante Dachform und entwickelt so eine ikonografische und doch immer noch höchst urbane und haushafte Form. Im Sinne einer klassischen architektonischen Trinität formuliert das Gebäude deutlich einen Sockelbereich, den langgestreckten Mittelteil des Turms und ein Dach mittels eines körperhaften Abschlusses. Die Abtreppung des Gebäude ist das Ergebnis einer Transformierung des klassischen Giebelmotives in eine funktionale Architektursprache.

Das Bedürfnis in einem Haus möglichst weit oben zu Wohnen, hatte in der Wohnhochhauskultur schon immer einen besonderen Stellenwert. Nicht nur der Ausblick über die Stadt ist von Interesse, sondern auch die meist besonderen Wohnungsgrundrisse in den letzten Geschossen. So begehrt diese Wohnungen auch sind, quantitativ sind sie, weil nur den letzten paar Geschossen zugedacht, im Verhältnis deutlich unterrepräsentiert. Die Idee der Beletage, sie weiterzuentwickeln und ihre Qualitäten zu maximieren waren hier zentrale Entwurfsgedanken und führten mich zur Entwicklung einer neuen Typologie: dem "Beletage-Tower".

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2015

Facts

Hochschule:
Fachhochschule Potsdam

Lehrstuhl:
Architektur und Städtebau / Prof. Bernd Albers

Präsentation:
10.07.2013



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
ArchiCad, Cinema4D, CS

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