Into the Woods

Nationalpark-Campus Hunsrück-Hochwald

Lisa Meissner / Technische Universität Kaiserslautern
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein vom Land Rheinland-Pfalz ausgehend geplanter Nationalpark im Südwesten Deutschlands. Das Grundstück für den Nationalpark-Campus eröffnet die singuläre Möglichkeit mitten im Nationalparkgebiet zu bauen. Es ist der Standort des ehemaligen Kommandobunkers Börfink. Der Campus soll eine Basis zur Erholung, Forschung, Schulung und Besichtigung zur Verfügung stellen. Er beinhaltet das Nationalparkamt, ein Besucherzentrum, ein Hotel, eine Rangerstation, sowie ein Servicegebäude.

Dem Prinzip der angrenzenden Wälder folgend, umwächst die Architektur in Form eines in Stützen aufgelösten Architekturwaldes die Bestands-“Lichtungen“. Dadurch entsteht eine starke Analogie zu der direkten Umgebung.

Die Neuplanung bildet eine Großstruktur aus, welche durch ihre Kubatur die Negativform des Bestandes nachfährt. Es erfolgt eine Umkehrung des Bestandes. Ehemalige Innenräume bilden nun integrierte Freiflächen aus. Sie treten in Form von Höfen und Plätzen innerhalb des Gesamtkomplexes auf und sind in ihrer Funktion den angrenzenden Nutzungseinheiten zugeordnet.

Ein Rückbau der Bestandsbauten bis auf das Niveau der Bodenplatte entwickelt eine sanfte Höhenstaffelung dieser Freiräume zueinander. Dies verstärkt die Einbindung in die lokale Topographie. Sowohl innen- als auch außenliegende Wege verbinden die einzelnen Plateaus miteinander und gewähren innerhalb des ganzen Gefüges immer wieder Ausblicke in die Natur.

Die Größe und spezifischen Charakteristika der einzelnen Baukörper ergeben sich aus der jeweiligen Nutzung. Im nördlichen Teil der Bebauungsfläche liegt als starker Rücken der fünfgeschossige Riegel des Nationalparkamtes und der Ranger. Die Büro- und Besprechungsräume sind alle mit Blick auf das zentralliegende Besucherzentrum angeordnet. Im Süden des Areals wächst die Park Lodge als Hochpunkt aus der Struktur heraus. Der schmale Hotelturm bildet das Markenzeichen des Nationalpark-Campus.

Die ehemaligen Bestandswände bilden den Berührungspunkt zwischen Architekturwald und Bestandslichtung und ermöglichen die Nachnutzung der Bestandsfundamente. Eine leichte Holzkonstruktion wird auf die Bestandswände aufgesetzt. In großen Teilen sind die Gebäude als Rahmentragwerk aus Holz ausgebildet, dadurch können große Spannweiten erreicht werden, sodass in den Ausstellungsräumen große Hallen mit sichtbar gelassenem Tragwerk entstehen, welche sich flexibel bespielen lassen.

Auch Riegel und Turm folgen einem ähnlichen Konstruktionsprinzip, jedoch in Form eine Hybridbauweise in Kombination mit Beton, um den notwendigen Brandschutz zu gewährleisten und dennoch den Werkstoff Holz allgegenwärtig sein zu lassen.

Durch die vollständig verglasten Fassaden und deren Überlagerung entsteht, trotz des ruhigen klaren Tragwerks, die Empfindung in einem Stützenwald zu stehen. Es entsteht ein Campus-Areal, welches die notwendige Kraft entwickelt als Solitär in dieser Umgebung zu bestehen und gleichzeitig ein Teil der Ihren zu werden.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2015

Facts

Hochschule:
Technische Universität Kaiserslautern

Lehrstuhl:
Vertretungsprofessorin Andrea Uhrig

Präsentation:
11.02.2015



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

Software:
Vectorworks, Cinema 4D, Photoshop, Illustrator, Indesign

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