Integrative City

Köln: Quartier am Bürgergarten

Felix Schaller / Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg
Diese Arbeit skizziert eine für diesen Ort angemessene räumliche Reaktion auf das Thema Migration. Die "Integrative City" soll als eine Stadt für Alle funktionieren und durch vielfältige Angebote an öffentlichem Raum, einem menschlichen Maßstab und Wohnmöglichkeiten für verschiedenste Verweildauer die Probleme der Migration in Potentiale transformieren. Die Stadt muss dafür flexibel, offen, nachhaltig, aneignungsfähig, nachbarschaftlich, und vielschichtig sein.

Die am Bürgergarten in Köln vorgefundene wenig dichte Blockstruktur zeigt keinerlei Reaktion auf den angrenzenden Grüngürtel und hat wenig Komponenten, die ein belebtes Quartier ausmachen. Bestehende Strukturen werden weitergedacht und durch dichtere Blockstrukturen ergänzt. Dadurch wird die aktive urbane Oberfläche im Quartier erhöht, was mehr Aktivität im Stadtraum und mehr Möglichkeiten der nachbarschaftlichen Begegnung erzeugt. Der Bezug von Wohnraum zu Stadtraum wird gestärkt. Der Stadtraum wird zum Lebens- und Begegnungsraum. Des Weiteren können bei kleineren Blockgrößen mehr Wohnungen von einem Blickbezug in den Grüngürtel profitieren, wodurch eine höhere Durchlässigkeit zwischen Grüngürtel und Stadtraum entsteht. Dadurch funktioniert der öffentliche Raum als ein festes Gewebe aus Grünraum, innerer Platzfolge und Stadtraum.

Die innere Platzfolge ist als eine Abfolge von stadträumlichen Situationen unterschiedlicher Qualitäten und Atmosphären zu verstehen, die durch ihre diversen Nutzungen Platz für jegliche Aktivität bietet. Der Anschluss an den Grüngürtel wird durch Stadtloggien und Stadtterrassen zu einem wichtigen Thema und nutzt Synergieeffekte der bestehenden, intensiven Nutzung des Grünraums.

An der wichtigsten Achse des Quartiers entsteht das Zentrum für Migration. Ein hybrides Gebäude, welches Ausstellungen, Gastronomienutzungen, Bibliothek und Wohnnutzungen enthält und durch seine Prägnanz zum Symbol für das Quartier am Bürgergarten wird.

Das Verständnis des Wohnens hat in der Integrativen Stadt hohe Bedeutung. Über die Gestaltung des Wohnens, dem Verhältnis von Nachbarschaft und den Möglichkeiten des Aufeinandertreffens wird ein großer Teil der Integration bedingt. Das Erdgeschoss ist bis auf Atelierwohnungen rein öffentlich, bzw. gemeinschaftlich genutzt. Großzügige Eingangsbereiche, Treppenhäuser, Waschräume, gemeinschaftliche Loggien und Dachflächen bilden Treffpunkte für die Bewohner. In den Wohngeschossen finden sich flexible Wohnungstypen für verschiedene Lebensformen und unterschiedliche Verweildauer. Die Wohnungen lassen sich zu Clusterwohnungen zusammenschließen oder in kleinere Einzelwohnungen aufteilen. Dadurch entsteht hohe Flexibilität für sich ändernde Anforderungen und Fluktuationsgeschwindigkeiten.

Das Quartier am Bürgergarten zeigt sich also als urbanes Gefüge, das als Filterschicht zwischen Grünraum und Stadtraum fungiert und diese unterschiedlichen Räume sinnvoll vernetzt und dabei das Integrationspotential des öffentlichen Raumes maximiert.

Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2016

Facts

Hochschule:
Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg

Lehrstuhl:
Städtebau und Entwerfen / Prof. Dipl.-Ing. Tvrtkovi

Präsentation:
14.07.2015



Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Städtebau

Software:
Vectorworks, Adobe CS6

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