Hotel W2S

Umnutzung eines Luftschutzbunkers

Kathrina Wedde / Fachhochschule Dortmund
„Das Unheimliche ist immer auch das, was eigentlich das Heimliche in uns selber ist, das ganz Nahe.” (vgl. Sigmund Freud, das Unheimliche)
 
Luftschutz-Bunker dienen einerseits als Mahnmal, für viele sind sie jedoch Orte, welche schreckliche Erinnerungen des zweiten Weltkrieges hervorrufen. Besonders hervorstechend sind meist nur die gigantischen Hochbunker, welche oft wie mahnende Solitäre das Stadtbild prägen. Dabei geraten die historisch nicht weniger wichtigen unterirdischen Luftschutz-Anlagen leicht in Vergessenheit. Sie liegen versteckt, ungenutzt, jedoch aber gut gewartet unter den Städten. Lange Zeit wurde das Thema der Umnutzung dieser geschichtsträchtigen Bauten tabuisiert, wobei man nicht vergessen sollte, dass diese Bauwerke Teil unserer Vergangenheit sind und welch wichtige Funktion sie darstellten.
Unter der Dortmunder Innenstadt befindet sich die größte zusammenhängende Tiefbunker-Anlage, welche sich zwischen dem Hauptbahnhof und der westlichen Innenstadt über ca. 4,8 km erstreckt. Die gesamte Anlage sollte ca. 50.000 Menschen Schutz bieten.
 
Der Ort
Der Westpark liegt im Dortmunder Westen und wurde 1811 als Friedhof angelegt. 1912 wurde die ursprüngliche Nutzung als Grabstätte aufgehoben und zu einer öffentlichen Grünanlage umfunktioniert. An einigen Eingängen des Parks, befinden sich noch heute Zugänge zu dem darunterliegenden Tiefbunker, welcher gegen Ende des zweiten Weltkrieges als ziviler Luftschutzbunker gebaut wurde. Dieser Tiefbunker ist Teil des 4,8 km langen Luftschutz-Bunkernetzes.
 
Aufgabe
Zu entwerfen ist ein Hotel mit max. 30 Zimmern, in einem ungenutzten Tiefbunker. Dieser ist der Teilabschnitt W2S der vorhandenen Luftschutzanlage und befindet sich unter dem Westpark, in der westlichen Innenstadt Dortmunds. Die darüberliegende öffentliche Grünanlage wird dadurch in ihrem Nutzung nicht eingeschränkt.
Mit dem Hotel W2S soll ein Beispiel aufgezeigt werden, welches sich in Zukunft als Modell für die Umnutzung weiterer Bunkeranlagen eignen könnte. Die planerische Umnutzung eines Tiefbunkers in ein Hotel soll eine Variante zeigen, wie mit dem Thema bewusst und sensibel zugleich umgegangen werden kann. Der Nutzer soll sich während seines Besuches im Tiefstollen stets bewusst sein wo er sich befindet, jedoch soll er auch die Möglichkeit erhalten, zu sich zu finden und seine eigenen Emotionen gegenüber dem Ort zulassen. Für einige Menschen wird der Ort ein Ort der Besinnung darstellen, für andere kann er ein Ort des bewussten Erfahrens sein.
Zu den planerischen Anforderungen dieses Hotels sind somit auch soziokulturelle Aspekte, wie der Umgang mit dem historischen Bauwerk und dessen Wirkung in der Öffentlichkeit zu beachten. Eine Besonderheit liegt darin, ästethische Beispiele zu formulieren die eine neue Nutzung zulassen ohne den historischen Kontext komplett aus den Augen zu verlieren.

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2017

Facts

Hochschule:
Fachhochschule Dortmund

Lehrstuhl:
Architektur, Prof.Jean Flammang

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Hotelbauten

Software:
ArchiCAD, Photoshop, Indesign

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