Haus des Tanzes

Ein Neubau für die Hochschule für Musik und Tanz, Köln

Felix Martin / RWTH Aachen
Das Stammhaus der HfMT im Kunibertsviertel ist ein Haus der Musik. Das Zentrum für Zeitgenössischen Tanz muss sich momentan mit in der Stadt verteilten, angemieteten Räumen begnügen. Der Auszug der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW aus dem ehemaligen Gebäude des Dreikönigsgymnasium am Türmchenswall erlaubt es nun die HfMT in direkter Nachbarschaft des Stammhauses zu erweitern. Der Altbau wird hauptsächlich für die Verwaltung umgenutzt, während der nach Süden hin offene, gründerzeitliche Block Platz für ein neues Gebäude bietet.

Der Entwurf für den Neubau ist ein Haus des Tanzes. Um ein den TänzerInnen möglichst angemessenes Gebäude zu entwerfen, wurde zunächst nach dem Verhältnis von (zeitgenössischen) Tanz und Architektur gefragt (siehe beiliegende schriftliche Arbeit). Erwartungsgemäß spielt der Bautyp des Theaters und der darin enthaltenen Trennung von ZuschauerInnen und Schauspieler/Innen für zeitgenössische TänzerInnen keine große Rolle mehr, denn ihre Kunst kann überall aufgeführt werden. Dementsprechend suchen Tanzensembles und -schulen bevorzugt Hallen, Fabriken o.ä. auf - neutrale Räume, die den TänzerInnen viel Raum und kreativen Freiraum bieten.

Der Entwurf für den Neubau versucht diesen Ansprüchen der TänzerInnen zu entsprechen. Er besteht zum Einem aus einer dauerhaften Struktur, die die Erschließung und Gebäudetechnik zur Verfügung stellt und zum Anderen aus Holzeinbauten, die leicht verändert werden können. Das Herz des Gebäudes bildet ein langgestreckter, unterteilbarer Saal, der als Foyer, als Campus, als Werkhalle aber auch als Aufführungsraum dienen kann. Die rohe Betonstruktur ist überall im Gebäude sichtbar und besteht aus parallel aufgestellten Scheiben. Sie soll nicht bloß neutrales Tragwerk sein, sondern dem Gebäude Identität verleihen: Deshalb sind sämtliche Öffnungen bogenförmig. Diese (auch im Tanz auftretende) anthropomorphe Form verleiht dem Saal einen bühnenraumartigen Charakter, denn die Scheiben sind hintereinander aufgestellt, wie die Kulissen in einer Guckkastenbühne. Ähnlich einer Fabrikhalle, bietet der große Saal den zeitgenössischen TänzerInnen viel Raum, den sie sich aneignen können. Gleichzeitig ist er aber nicht nur groß und neutral, sondern er zitiert auch Raum- und Bautypen der historischen Tanzarchitektur (Bühnenraum, Kulissen, Festarchitekturen).

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2016

Facts

Hochschule:
RWTH Aachen

Lehrstuhl:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe

Präsentation:
22.02.2016



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
AutoCad, SketchUp, Illustrator, Photoshop

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