GESETZE GESTALTEN

WOHNKOMPLEX BERLIN

Tobias Diwersy / Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
Sich mit bestehenden Problematiken auseinanderzusetzen und sich davon zu zeitgenössischen Lösungen inspirieren zu lassen ist ein immer dagewesenes Phänomen. Die rasante Vernetzung der Gesellschaft fordert heutzutage stärker denn je eine interdisziplinäre Vernetzung der Architektur. Die Lösung für ein bezahlbares und nachhaltiges Wohnen liegt nicht in der Verminderung der Baukosten für steigende Standards, sondern an der Hinterfragung der herrschenden Standards. So könnte man neue Regeln aufstellen, die sich nach den Bedürfnissen des Einzelnen und nach dem Gemeinwohl richten. Deshalb bedarf es weitergehender politischer Maßnahmen einer großmaßstäblichen Revision von oben statt kleinteiliger Änderungen von unten. Sinnvoll wäre somit eine Restandardisierung, bei welcher früher geltende und heute noch sinnvolle Standards zusammengefügt werden, durch welche das Gemeinwohl stärker in das Zentrum rückt.

Ziel des Entwurfes ist es, den standardisierten Wohnungsbauten der Investoren entgegenzuwirken und eine Alternative zu schaffen.
Grundlage des Konzepts ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan nach § 12 BauGB im Berliner Hansaviertel. Anhand dessen wurde mit gleicher Volumetrie der Baukörper und unter Außerachtlassung beziehungsweise durch Neuinterpretation der Abstandsflächen nach §6 Bauordnung Berlin eine alternative Variante für städtisches Wohnen entworfen. So wie man nicht sagen kann, es gebe nur schwarz oder weiß, kann man genauso wenig behaupten, etwas wäre entweder privat oder öffentlich. Interessant sind die Graustufen - es entsteht der Zwischenraum. Dieser erzeugt Reibung durch seine Art. Er ist nutzungsoffen und vielschichtig. Dadurch ist er fundamental für eine sich im Rückzug befindende Gesellschaft. Der Zwischenraum bietet nicht nur unterschiedlichste Aufenthaltsqualitäten im Außen- als auch im Innenbereich, sondern knüpft zusätzlich an Funktionsräume wie Waschraum, Kochraum usw. an. Zusätzlich gibt es auch öffentliche Räumlichkeiten wie Bibliothek, Restaurant, Galerie, Kino und Café, welche die Öffentlichkeit mit in das Quartier integrieren sollen. Die Nutzung ersetzt den Besitz. So eignen sich unterschiedlichste Nutzer Räume an und das Unvorhersehbare bekommt Raum, in dem es sich entfalten kann. So wird die Grenze zwischen öffentlich und privat neu verhandelt und gewährt Ein- und Ausblicke. Das Freigeschoss, welches die klassische Berliner Traufkantenhöhe von 22 Metern aufgreift, schafft zusätzlich das Bewusstsein für die Maximalhöhe der Blockränder und gewährt der Gesellschaft freien Raum über Grenzen hinweg.

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Facts

Hochschule:
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz

Lehrstuhl:
Entwerfen, Innenraumgestaltung und Ausbautechnologie

Präsentation:
16.02.2017



Abschluss:
Master

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
Vectorworks, Photoshop

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