FILMharmonie

Eine neue Philharmonie für München

Norbert Jundt, Roman Ramminger / Universität Stuttgart
Eine neue Philharmonie für München ist in der Stadt ein wichtiges Thema und beschäftigt seit langem und immer wieder die lokalen Medien. Die Stadt verfügt über zwei Weltklasse-Orchester, das Bayrische Rundfunkorchester sowie die Münchner Philharmoniker, die sich beide das Gasteig-Konzerthaus teilen müssen.

Gestalterisch als auch akustisch konnte das Gasteig-Konzerthaus der Stadt München nie gerecht werden.  

Das neue Konzerthaus soll unweit des Gasteigs auf den Kohleinseln zwischen der kanalisierten und wilden Isar platziert werden. Die Lage ermöglicht eine Symbiose zwischen dem neuen Konzerthaus sowie dem Kulturzentrum am Gasteig.

Die Veranstalter klassischer Konzerte beobachten seit langem eine zunehmende Überalterung der Zuhörerschaft und befürchten durch die zeitgenössische Entwicklungen der Musikkultur ein immer schwächer werdendes Interesse an klassischer Musik bei jungen Leuten.

Um neue Anreize zu schaffen sieht der Entwurf eine aktive Einbindung der Filmmusik vor, die hierbei als Kopplung des Massenmediums Kino und dem kulturellen Angebot der klassischen Musik fungiert.

Um der Musik eine szenografische Komponente zu verleihen, wird die akustische Leistung des Orchesters mit visuellen Medien untermalt und gestärkt. Um nicht nur jüngere, sondern generell mehr Zuhörer zu erreichen, ist neben Projektionsflächen im Konzertsaal ein Tor an eben diesem geplant, welches es dem Orchester ermöglicht, bei gutem Wetter aus dem Gebäude heraus auf den Vorplatz zu spielen.

Die Architektur des Konzerthauses reagiert auf den von der Natur geprägten innerstädtischen Standort. Mit einer streng gerasterten Struktur steht sie hierbei im starken Kontrast zur amorphen und fließenden Natur und fungiert dennoch als Vermittler zwischen der natürlichen Kante an der wilden und der urbanen Kante an der kanalisierten Isar.

Die eingestellten Nutzungen verleihen der Struktur die Ordnung, die sie zum funktionieren braucht sowie einen Verlauf. Die Struktur verdichtet sich zum Vorplatz und schafft hier eine harte Kante, zur Natur scheint sich das Gebäude aufzulösen und verschmilzt fast schon mit ihr. Der Konzertsaal wird so von außen ablesbar.

Rings um das Gebäude ermöglichen Stadtbalkone eine Aussicht auf die Stadt sowie die Natur und dienen in warmen Monaten zudem als erweiterte Foyerfläche.

Beim Entwerfen des Foyers wurde auf eine unprätentiöse Gestaltung Wert gelegt, um den potentiellen Besuchern die Hemmung zu nehmen, das Gebäude zu betreten. Eine farbliche Abhebung zu dem aus Weißbeton konstruierten Gebäude sowie das Herausziehen auf den Vorplatz sollen die Neugierde wecken. Zufällig gesetzte Sitzblöcke laden zum Verweilen ein und unterstreichen die Nutzung des Foyers als Event- und Aufenthaltsfläche.

Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2016

Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
Institut für Entwerfen und Konstruieren

Präsentation:
20.10.2015



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
VectorWorks, Rhino3D, Grasshopper, InDesign, Photoshop, V-Ray

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