Erweiterung der Staatstheater Stuttgart

Ein neues Gesicht für die Stuttgarter Kulturmeile

Maximilian Janke, Tano Muffler / Universität Stuttgart
Das Stuttgarter Staatstheater, ein Drei-Sparten-Theater mit Oper, Ballett und Schauspielhaus, ist mit seinen beiden Hauptspielstätten zwischen Oberem Schlossgarten und der infrastrukturell wichtigen Konrad-Adenauer-Straße situiert. Entlang dieser Kulturmeile reihen sich außerdem mit der Staatsgalerie, der Musikhochschule, der Landesbibliothek, sowie dem Stadtmuseum weitere wichtige Kulturbauten. Das Stuttgarter Staatstheater orientiert sich klar zum Oberen Schlossgar- ten, zu dem die Aufführungsstätten ihre Eingänge ausbilden. Das Kulissengebäude bildet in östli- cher Richtung deren funktionalen „Rücken“ zur stark befahrenen B14 aus.
 
Der Entwurf setzt sich zum einen sensibel mit dem historisch gewachsenen Bestand der Staats- theater Stuttgart auseinander, andererseits verändert sein Konzept die Wahrnehmung des Ge- bäudekomplexes grundlegend. Ähnlich einem Campus öffnen sich die Aufführungsstätten zu allen Seiten hin. Dieser präsentiert sein neues Gesicht vor allem in Richtung der historischen Kultur- meile der Konrad-Adenauer-Straße. Die öffentliche Durchwegung der bestehenden Innenhöfe verknüpft die Kulturbauten an der B14 direkt mit dem Schlossgarten und der nahen Innenstadt. Gleichzeitig erhalten die Staatstheater eine weitere Spielstätte, die der Gesellschaft eine Plattform bietet und auch abseits von Kulturveranstaltungen zum Verweilen einlädt. Da die einzelnen Ge- bäudekomplexe durch die öffentliche Durchwegung nicht mehr komplett aneinanderhängen, funkti- onieren die Abläufe nun durch eine zusammenhängende unterirdische Verbindung der Gebäude, die den natürlichen Geländeverlauf ausnutz  t.
 
Die Erweiterung des Opernhauses im Süden kommt dem Wunsch einer vollwertigen Kreuzbühne nach. Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit einen weiteren Zugang mit Foyer und Gastrono- mie zu schaffen und somit den Besucherbereich erheblich zu vergrößern.
 
Der Entwurf versucht durch unterschiedliche Eingriffe in den Bestand die verlorene Homogeni- tät des Stuttgarter Theaterkomplexes wiederherzustellen. Daher orientieren sich Materialität und Konstruktion der geplanten Erweiterungskörper vor allem an der Ruhe und dem Ausdruck des ursprünglich von Max Littmann entworfenen Operngebäudes.
 
Die öffentliche Erschließung nimmt eine zentrale Rolle im Gebäudekonzept ein. Nicht nur die freie Durchwegung des Campuses, sondern auch die vertikale Erschließung der unterschiedli- chen Besucherebenen inszenieren eine besondere Wahrnehmung der kohärenten Strukturen des Bestehenden und der geplanten Erweiterung. Das neue Veranstaltungsgebäude zeigt durch seine solitäre Wirkung zwischen den anderen Baukörpern des Komplexes eine starke Präsenz, verar- beitet diese jedoch im Innenraum in verschiedene Themen und Nutzungen. Diese erlauben es, dem Alltag zu entfliehen und sich in Mitten der Gesellschaft trotzdem geborgen und aufgehoben zu fühlen - ähnlich einem Wohnzimmer.

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Facts

Hochschule:
Universität Stuttgart

Lehrstuhl:
Institut für Öffentliche Bauten und Entwerfen, Prof. Alexander Schwarz

Präsentation:
12.07.2016

Abschluss:
Bachelor

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, Rhino 5.0, Cinema 4D, Photoshop, InDesign

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