Eine Markthalle für Zürich

Leuchtende Membran

Philip Gebhardt, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
STAEDTEBAU
Die Situation rund um die alte Hauptwache ist städtebaulich unbefriedigend gelöst. Die Rathausbrücke ist einseitig verbaut, wodurch der Blick entlang der Limmat gebrochen wird. Der Platz nördlich der Hauptwache ist städtebaulich nicht gefasst und besitzt keine Nutzung.
Für das Konzept der neuen Markthalle erhalten diese zwei kritischen Punkte ein neues städtebauliches Gesicht. Der Anbau an die Hauptwache der Architektin Tilla Theus, musste(nach Rücksprache) dem Konzept der Neuen Markthalle weichen. Das Cafe wird in das neue Konzept integriert. Auch der Betrieb der Hauptwache, das Polizeikommissariat, bekommt einen neuen Standort.

HAUPTWACHE
Die Hauptwache beherbergt nun neben den öffentlichen Toiletten, ein Cafe/Restaurant mit einem großzügigen sonnigen Außenbereich. Dieser ist der neue Anziehungspunkt auf der Rathausbrücke. Leicht erhöht genießt man über dem Wasser sitzend den Ausblick über die Limmat.
Im ersten und zweiten Obergeschoss der Hauptwache befinden sich die administrativen Räume des Marktes: Zwei Büroräume und Nebenräume, die Räumlichkeiten des Hauswartes, ein Sanitäterraum sowie ein Putzraum.

MARKTHALLE
Nördlich der Hauptwache befindet sich in einem ausreichenden Respektabstand zum Altbau die Neue Markthalle. Der überdachte Platz ist das Bindeglied zwischen Alt und Neu und deutet auf den Haupteingang hin. Die geforderten mobilen Marktständen finden hier ausrechend Platz. Gleichzeitig kann von hieraus, ohne Behinderung der Verkehrssituation, die Markthalle beliefert werden.
Zwölf aneinander gereihte stählerne Stützenpaare, aus jeweils vier Kragarmen, die in alle Himmelsrichtungen zeigen, bilden das Grundgerüst der Markthalle. Zwischen den Stützenpaaren spannt sich ein Gittergeflecht aus filigranen u-Stahlprofilen. Umhüllt wird die Konstruktion beidseitig von einem transluzenten PTFE-Gewebe. Der Raum unter diesem Dach zeichnet sich aus, durch ein interessantes Licht und Schattenspiel, sowie eine helle, einladende und offene Erscheinung.
Durch die Aneinanderreihung der Kragarme entsteht eine Kontinuität zwischen Markthalle und Vorplatz. Ihre Form entstand in Anlehnung an die Altstadt mit ihren Rundbögen. Aneinandergereiht entsteht in Längsrichtung eine klare Gliederung des Raumes. In Querrichtung ergibt sich von der Stütze ausgehend eine Öffnung der Halle, mit stärkerer Betonung der Wasserseite. Es kann als ein Zeigen auf das andere Ufer verstanden werden, denn dort befindet sich ein Arkadengang direkt an der Limmat. Auch in der Markthalle kann man direkt am Wasser entlang schlendern. Die Fassade lässt sich auf hier, über die gesamte Länge, mit vertikalen Schiebefenster mechanisch öffnen.
Um die Stützenpaare sind die Marktstände angeordnet. Sie sind von ihrer Form den Besucherströmen angepasst. So gibt es ausreichend Querverbindungen zur Altstadt und einen großzügigen Weg entlang der Limmat. Im Norden der Markthalle bildet eine Bar das Schlusslicht. Ein weiterer Ort zum verweilen, der das Konzept abrundet.

Campus Masters Wettbewerb


Oktober / November 2010

Facts

Hochschule:
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Lehrstuhl:
Prof. Gregor Eichinger

Präsentation:
03.12.2009

Rubrik:
Technische Bauten

Software:
Umfeldanalyse-Konzeption-Ausarbeitung-Detailierung-Visualisierung

Archicad - Artlantis - Photoshop - Indesign

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