Die "Viles" von Enneberg

Platz 3

Neue Nutzungen für eine historische Siedlungsform im alpinen Raum

Dipl. Ing. Daniel Ellecosta, Universität Innsbruck
Weiler haben im Gadertal (Südtirol) eine lange Tradition. Besonders in den Seitentälern von Enneberg, Campill und Wengen ist ihre Struktur noch erhalten geblieben. Ein Weiler, in der ladinischen Sprache „Vila“ genannt, ist eine Siedlungsstruktur, die - im Gegensatz zu der weit verbreiteten Einzelhofstruktur des Alpenraumes - aus mehreren Hofstellen zusammengesetzt ist. Meist befinden sich die Weiler an geografisch sowie klimatisch günstigen Standorten zwischen Tal und Berg, in einer Meereshöhe von ca. 1.100 – 1.700 Metern. Mehrere Weiler gehören zu einem Dorf, jedoch bildet jeder einzelne davon ein in sich geschlossenes soziales Gefüge. In der vorliegenden Arbeit werden diese, für dieses Gebiet, typischen Siedlungsstrukturen sachlich analysiert und untersucht. Daraus ergeben sich diverse Problematiken, welche die heutige Zeit für einen solchen Lebensraum mit sich bringt (u.a. Abwanderung, Arbeitsplätze, Organisation). Darauf aufbauend wurde ein Vorschlag entwickelt, welcher diesen Problemen entgegen wirkt und eine langfristige Absicherung dieser Weilerstrukturen gewährleistet. Das neue System soll den heutigen sozialen sowie wirtschaftlichen Erfordernissen einer modernen und schnelllebigen Gesellschaft gerecht werden. Am Beispiel Enneberg im Gadertal wird somit eine Möglichkeit der Erweiterung der vorhandenen Weilerstrukturen vorgestellt. Dabei wurden diverse Aspekte, wie etwa der geschichtliche Hintergrund, also die Entstehungsgeschichte sowie die sozialen Aspekte dieser Siedlungsstruktur und als Hauptaugenmerk die bereits bestehende „anonyme Architektur“ betrachtet. Diese Arbeit bezieht sich auf den Aufbau, das Aussehen und das Landschaftsbild der momentanen Situation. Ziel war es schließlich eine mögliche Erweiterung bzw. einen möglichen Ausbau der Siedlungsstruktur „Weiler“ anhand Revitalisierungsmaßnahmen für die leere Bausubstanz und durch Errichtung der, für das neue System, erforderlichen Neubauten unter Berücksichtigung der historischen Strukturen sowie Materialien und der oben angeführten Aspekte zu erarbeiten. Entstanden ist schließlich ein Projekt einer nachhaltigen Architektur, die das Bild der Weiler nicht zerstört, sondern weiterentwickelt. Dabei spielt nicht nur das äußere Erscheinungsbild eine Rolle, sondern auch die Organisation des Innenraumes, damit die gesamte Wohn- und Lebensqualität erhöht wird. Das in dieser Masterarbeit ausgearbeitete Projekt verfolgt somit das Ziel als Pilotprojekt für ähnliche Situationen in alpinen Siedlungsräumen gesehen zu werden.

Campus Masters Wettbewerb


September / Oktober 2014

Facts

Hochschule:
Universität Innsbruck

Lehrstuhl:
Institut fpr Baugeschichte und Denkmalpflege

Präsentation:
03.06.2014



Abschluss:
Master

Rubrik:
Wohnbauten

Software:
Allplan 2014, Adobe Suite, Rhinoceros, VRay

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