Deutsche Botschaft

Beim heiligen Stuhl in Rom

Sarah Papperitz / Technische Universität Darmstadt
Die neue Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom bildet die Ergänzung zu dem in unmittelbarer Umgebung situierten, denkmalgeschützten Bestand des Goethe Instituts. Ziel ist es einen eigenständigen und identifikationsstiftenden Typus einer Botschaft zu entwickeln, der die Beziehung zwischen Deutschland und dem Heiligen Stuhl widerspiegelt.

Das Volumen setzt sich aus zwei Baukörpern zusammen, einen auffälligen Solitär und ein sich einfügender Riegel, verbunden durch ein gemeinsame Erdgeschoss.
Der nördlich situierte Baukörper ist ein achtgeschossiger Turm. Dieser befindet sich an der obersten Grundstücksgrenze und gliedert sich in die Reihe der Solitäre und setzt sich somit in die direkte Blickachse Richtung Rom Innenstadt. Durch die Positionierung läuft die Haupterschließungsachse direkt auf den Baukörper zu und erzeugt eine signifikante Geste des Empfangens und der Repräsentation nach außen.

Dieser Ausdruck wird dadurch verstärkt, dass die Straßenflucht durch den Baukörper hindurch weiter geführt wird und so eine Durchwegung ermöglicht. Der Besucher wird in diese neu erzeugte Wegeführung direkt in das Gebäude geleitet.

Überdacht, in der Durchwegung liegend, befindet sich der Eingang mit Schleuse für die Kanzlei und die Residenz. Die Apartments werden durch den gegenüberliegenden Eingang erschlossen, um eine schnelle und unabhängige Erreichbarkeit zu gewährleisten.

Als Gegenstück zu dem Turm gibt es den südlich gelegenen Baukörper, der sich hin zum Wohnen und der Blockrandbebauung im Viertel Solario orientiert. Dieser beherbergt das Wohnen der Botschafterin/ des Botschafters. Die gezielte Trennung von Wohnen und Arbeiten stellt die Privatsphäre der Botschafterin/ des Botschafters sicher und ermöglicht ein eigenständiges Nebeneinander.
Über das Herzstück, dem `Hortus Conclusus` über dem Erdgeschoss liegend, sind die beiden Baukörper zusätzlich miteinander verbunden.

Ziel der Grundrissgestaltung ist eine formale Lesbarkeit der Grundrisse sowie ein fließender, offener und zusammenhängender Raum in allen Nutzungsbereichen der Botschaft. Somit ergeben sich Flächen der Kommunikation, die sowohl im Bereich der Residenz als auch in der Kanzlei von großer Wichtigkeit sind.
Um dem skulpturalen Ausdruck des Entwurfs gerecht zu werden, tritt das Gebäude von innen wie von außen in Stahlbetonbauweise in Erscheinung. Eine Kerndämmung bewerkstelligt diesen Ausdruck, sodass das Gebäude zum Teil aus Ortbeton und zum Teil aus Betonfertigteilen konstruiert ist. Um diesen Ausdruck auch in der Fassade weiter zu führen, gibt es nur wenige flächige Öffnungen. In den Kanzleigeschossen ist das Fassadenbild durch einen Schleier aus Betonlisenen ergänzt, welche die großen Fensteröffnungen überdecken und somit gleichzeitig die Funktion des passiven Sonnenschutzes übernehmen.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2017

Facts

Hochschule:
Technische Universität Darmstadt

Lehrstuhl:
Prof. Dipl.-Ing. M. Arch. Felix Waechter

Präsentation:
19.07.2017



Abschluss:
Master

Rubrik:
Bürobauten

Software:
ArchiCad

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