Den Kongelige Danske Fiskesamling

Entwurf für das Königlich Dänische Aquarium Kopenhagen

Stephanie Sterker / Bauhaus-Universität Weimar
Der Entwurf für ein ‚Königlich Dänisches Aquarium‘ wirft die Frage auf, wie Aquarien heute gedacht werden. In Europa wird seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert Flora und Fauna in öffentlichen Schauaquarien einem breiten Publikum gezeigt. Allein die in den kleinen Aquarien präsentieren Tiere gereichten durch ihre Schönheit, Eleganz und Andersartigkeit zur Sensation. Das entworfene Aquarium wird als ein ruhiger, kontemplativer Ort verstanden, der musealen Charakter besitzt. Die Aquarien funktionieren als eine Sammlung kuratierter Bilder, die der Besucher während seines Rundgangs durchschreitet. Die Wasserbecken werden von Öffnungen in den Betonwänden ‚passepartoutartig‘ gerahmt. Gleichsam dem Abtauchen in die stille Unterwasserwelt entrückt der Besucher der Stadt, einzig die Schönheit der Bilder steht im Mittelpunkt.
 
ORT
Der Entwurfsstandort befindet sich im Kopenhagener Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe zum Schloss Amalienborg. Das projektierte Gebäudevolumen platziert sich als Schlussstein des Parks Amaliehavn auf einem unbebauten Grundstück.
 
TREPPE
Das Aquarium hat vier Vollgeschosse, die durch partielle, nicht-öffentliche Zwischengeschosse unterbrochen werden. Verbindendes Element und Zäsur zugleich bildet die zylindrische Treppenanlage im Kern des Gebäudes, die die fünf Ausstellungsbereiche miteinander verbindet. Die Treppenanlage besteht aus sechs identischen Beton-Bogentreppen, die von einer massiven Wand umschlossen werden. Die auf- und absteigenden Besucher begegnen sich im Treppenraum und können von hier in verschiedene Ausstellungsbereiche blicken.
 
RUNDGANG
Der Besuch der ‚Fiskesamling’ funktioniert als vorgegebener Rundgang durch fünf Meere. Die Ausstellungsräume werden vom Erdgeschoss kommend über drei Etagen hinweg nacheinander betreten. Die Ausstellungsbereiche ‚Mittelmeer‘ und ‚Atlantischer Ozean‘ liegen auf dem Rundgang aufwärts, der Bereich ‚Pazifischer Ozean‘ wird im obersten Geschoss gezeigt, danach folgen abwärts der ‚Indische Ozean‘ und die ‚Ostsee‘.
 
KONSTRUKTION UND MATERIALISIERUNG
Das Aquarium wird als Stützen-Träger-System in Beton konzipiert, die Ausfachung erfolgt ebenfalls in Beton. Die Farbe und Reflektion des Wassers zeigen sich auf den glatten, scheinbar weichen Oberflächen der Wände, Stützen und Träger.
 
FASSADE
Die Fassade spiegelt die innere Struktur des Gebäudes wider und nimmt das Thema der 'Bilder' auf, indem sie dem Betrachter abstrakte Bilder zeigt. Die Fassade besteht aus Betonfertigteilen, die gewissermaßen den ‚Abdruck’ der inneren Aquariumswände - den Passepartouts - bilden und einen sich nach außen stülpenden Rahmen formen. Im Erdgeschoss, also im Sichtbereich des Betrachters, sind schwarze Marmorplatten mit fossilen Einschlüssen eingelegt, in den oberen Geschossen wird Marmor mit einem schwarz-dunkelgrünen Unterton eingelassen. Die Platten werden mit Nieten in Form der Dänischen Krone befestigt und verweisen auf die Mäzenin des Königlich Dänischen Aquariums Kopenhagen.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2017

Facts

Hochschule:
Bauhaus-Universität Weimar

Lehrstuhl:
Lehrstuhl Entwerfen und komplexe Gebäudelehre / Prof. Springer

Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Archicad

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