Besucherzentrum | Gemeindezentrum | Königssee

Für Besucher und Besuchte

Mona Stöckl, Technische Universität München
Der Königssee inmitten der unberührten Natur der Berchtesgadener Alpen ist bereits seit Ende des 19. Jhd. ein beliebtes Reiseziel. Die Gemeinden der Region haben sich 2015 entschlossen an einem Städtebauförderungsprogramm teilzunehmen. Ziel ist die Ausbildung einer eigenen Identität der einzelnen Gemeinden. Für Schönau am Königssee wird der Tourismus als größtes Potential definiert und die Stärkung dieses Sektors gefordert. Ein Besucherzentrum bietet die notwendige Infrastruktur und der Ort Königssee am Nordufer des Sees den optimalen Standort. Topografisch weitet sich das Gebiet Richtung Norden. Die Lage im trichterförmigen Tal ist ausschlaggebend für die deutliche äußere Form der Siedlung. Die Erschließungsstränge entlang der Topografie sind die Verbindung der Besucher von Parkplatz zu den Attraktionen. Das Besucherzentrum gliedert sich an die östliche Straße an und folgt der umgebenden Bebauung. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes orientiert sich an der ländlichen oberbayerischen Bauweise und den Gebäuden in der näheren Umgebung, vor allem an den Gebäuden der Königsseeschifffahrt und dem klassischen Stadelgebäude, wie es in Berchtesgaden an jedem Hof zu finden ist. Dem massiven Gebäudeteil im EG, in dem sich Stallungen befinden, wird ein einfach verschalter Stadel aufgesetzt. Dieser wird über eine Tennenauffahrt zugänglich.


Aus der Untersuchung der Typologie Besucherzentrum ergab sich die Erkenntnis, dass ein Gebäude dieser Art nicht nur dem Besucher, sondern auch dem Besuchten dienen soll. Im massiven Sockel befinden sich die Funktionen des Besucherzentrums und im durchlässigen Obergeschoss die Flächen der Gemeinde.
Das EG bietet ein zusammenhängendes Raumvolumen. Vom Foyer aus hat man einen freien Blick auf die Ausstellung und in den Medienraum. Die beiden raumhaltigen Schichten an den Längsseiten des Gebäudes erzeugen Pufferzonen. Gleichzeitig nehmen sie die Funktion als Haupttragwerk, Flächen für Nebennutzungen und die vertikale Erschließung in sich auf. Nur die objekthaft im Raum stehende Wendeltreppe liegt außerhalb dieses Systems. Diese verbindet das Foyer des EGs mit dem Foyer im OG. Öffnungen in der Decke schaffen einen zusätzlichen räumlichen Zusammenhang. Wie im EG befinden sich auch hier zwei großzügige Bereiche zu beiden Seiten des Foyers. Diese ermöglichen die Einrichtung von Büroflächen mit einem gegenüberliegenden Gemeindesaal. Die Raumbereiche im OG werden durch filigrane Glaswände voneinander abgetrennt, wodurch die Wirkung des zusammenhängenden Raums nicht verloren geht. Natürlich belichtet wird das gesamte OG gleichmäßig von allen Seiten und zusätzlichen Verglasungen im Dach.

Der massive Teil des Gebäudes wird über großflächige Polycarbonatstegplatten natürlich belichtet, die das Licht diffus in den Raum streuen. Das Foyer im EG erhält zusätzliches Licht über die Verglasungen der Eingangsbereiche. Die Materialität des gesamten Gebäudes beschränkt sich auf die rohen, bereits konstruktiv notwendigen Materialen.

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Facts

Hochschule:
Technische Universität München

Lehrstuhl:
Lehrstuhl für Raumkunst und Lichtgestaltung/Univ. Prof. Dipl.-Ing. Deubzer

Präsentation:
04.11.2016



Abschluss:
Master

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, Adobe CS

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