Behala Westhafen Berlin

Die dritte Hierarchie

Fabian Kieven / RWTH Aachen
Das Aufgabenziel besteht darin, ein architektonisches Konzept für die denkmalgeschützten Bestandsgebäude der „Berliner Hafen- und Lagerhaus Aktiengesellschaft“ am Westhafen in Berlin zu erarbeiten und dieses in einem freien Entwurf auszuformulieren. Die Art der neugeplanten Nutzung ist dem Bearbeiter freigestellt. Im Fokus der erzielten Bestandsumnutzung stehen die drei Lagerhallen des Gebäudeensembles am Berliner Westhafen.

Als Entwurf für die Bestandsumnutzung der denkmalgeschützten Bauten am Westhafen in Berlin entsteht ein integratives Musikzentrum für die verschiedenen Teilbereiche des musikalischen Erlebens und Schaffens. Das Gesamtkonzept sieht die Umnutzung der Lagerhallen 2 und 3 sowie der unmittelbar angrenzenden Freiflächen vor.

Für die beiden Lagerhallen entsteht ein Raumprogramm, welches die Integration der wichtigsten Nutzungen im Bereich Musik vollzieht. Gleichzeitig werden Freiflächen um das Hafenbecken 2 belebt und für die Nutzer und Besucher aufgewertet. Um den Charme der historischen Bauten zu bewahren und das enorme Innenraumvolumen zu nutzen, bleiben die Lagerhallen in ihrer Architektur beinahe völlig erhalten. Es werden lediglich die nachträglichen Einbauten verschiedener Nutzer sowie die seitlichen Treppenhäuser entfernt und durch neue Erschließungskerne ersetzt. Entsprechend den eingearbeiteten Nutzungen des Musikzentrums werden von außen gezielt einzelne Baukörper in anthrazitfarbenem Beton eingeschoben oder vorgesetzt. Dies erfolgt schottenbauartig über die Nordseite der beiden Hallen, angelehnt an die einstige Nutzung der Lagerräume, und definiert somit die Haupterschließungsseite. Alle öffentlichen Hauptnutzungen werden über das Erdgeschoss erschlossen, während privatere Bereiche, die grundsätzlich im Untergeschoss liegen, über kleinere Zugänge betreten werden.

Der Entwurf ist in 3 Hauptelemente gegliedert.

Grundelement stellen die großvolumigen Bestandsbauten der beiden Lagerhallen dar. Die unterschiedlichen Geschosse werden anhand ihrer Eigenschaften, wie beispielsweise der lichten Raumhöhe, funktionsspezifisch belegt  und ggf. miteinander verbunden. Die zweite Instanz bilden die hinzugefügten Einbauten, die sich als raum- und funktionsbildende, massive Trennwände und Baukörper oder in Form hölzerner Boxen in das konstruktive Grundgerüst des Bestandes eingliedern.

Eine besondere räumliche Funktion besitzt die sogenannte dritte Hierarchie. Sie definiert sich durch gezielt angeordnete Freibereiche, die ausschließlich der gemeinschaftlichen Nutzung dienen und durch die Fluktuationen der Nutzer immer wieder neu belebt werden. Die dritte Hierarchie ist vorallem den Musikschaffenden vorbehalten, die durch die hergestellten Verbindungen innerhalb der Funktionen in Kooperation treten können. Die dritte Hierarchie bringt somit ein Stück subkulturelles Chaos in die neugeordnete Baustruktur und gewährt dabei stets eine Wahrnehmung des charmanten Flairs der Bestandsarchitektur.

Campus Masters Wettbewerb


Januar / Februar 2015

Facts

Hochschule:
RWTH Aachen

Lehrstuhl:
Kontruktives Entwerfen / Petra Vondenhof-Anderhalten

Präsentation:
26.08.2014



Abschluss:
Master

Rubrik:
Freizeit- und Sportbauten

Software:
Vectorworks etc

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