Backsteinevolution

Konzipierung eines Hochhauses

Maximilian Timmermann, msa | münster school of architecture
Backstein ist ein traditionsreiches Baumaterial, das im nordeuropäischen Raum seit Jahrhunderten zur Anwendung kommt. Der dominant gewordenen Moderne der Nachkriegszeit passte der Backstein allerdings bis heute nicht mehr so recht ins Konzept. Dennoch wird noch immer viel in Backstein gebaut, meistens jedoch nicht im Fokus der meinungsbildenden Architektur. Seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten erhält das Bauen mit Backstein wieder viele neue und interessante Impulse. Es sind ausreichend Aspekte um sich mit der formellen Logik des Backsteins im Fassadenbau zu befassen und diese zu erforschen. Die Fassade als Bekleidung oder Hülle zu betrachten ist mehr als nur Grenzen und Oberflächen zu definieren primär gilt es eine Verbindung zwischen Innen u. Außen, privat u. öffentlich, Stadt u. Individuum zu schaffen. Somit wird die Fassade zu einem kulturellen Objekt, das direkt mit dem sozialen u. politischen Verständnis der Stadt zusammenhängt. Ziel der Aufgabe war die Konzipierung eines Hochhauses mit Wohn-, Büro- und Geschäftsflächen. Der Schwerpunkt soll auf der spezifischen Fassadenentwicklung liegen. Hierbei soll dem Backstein von Anfang an ein besonderes Augenmerk geschenkt werden, um das Konzept und die Materialauswahl von Anfang an zu vertiefen und somit das Verständnis der Gestaltungsmöglichkeiten und Anwendungen des Materials zu intensivieren.

Traditionelles Baumaterial Jahrtausende konnte sich kein anderer Baustoff so gut bewähren wie der Backstein. Damals wie heute wissen Bewohner eines massiv gebauten Hauses, mit einer Backsteinfassade versehen, die hohe Wohnqualität zu schätzen. Eine Vielfalt an Farben, Formen, und Oberflächen machen den Backstein besonders reizvoll. Aber auch die Kombination mit anderen Baustoffen wie Beton, Metall, Sandstein und vielen anderen sind Faktoren, die das Erscheinungsbild eines Gebäudes prägen können. Ein weiterer, faszinierender Aspekt des Backsteins ist die Tektonik, welche die Fassade lebendig wirken und Persönlichkeit zum Ausdruck bringen lässt. So entstehen durch Vor- und Rücksprünge, aber auch durch architektonische Gliederungsmittel, wie beispielsweise Lisenen oder Friese, individuelle Bauwerke, die sowohl innen als auch außen miteinander vereinen.

Nicht nur die Abstufungen der Baumasse und die immer filigraner werdenden Pilaster prägen das Gebäude, sondern auch die dreieckig herausragenden Balkone an den Kopfseiten des Gebäudes lockern die doch sehr gleichmäßige wirkende Fassade auf. Zudem sollen sie auch symbolisch für Wohnraum stehen, wogegen die gleichmäßig und strenge Fassade in den unteren Etagen an Büro- und Geschäftsflächen erinnern sollen. Die Abschlüsse der Pilaster im Sockel-, Schaft- und Kronenbereich erinnern an Bauwerke aus der Art Deco und dem Backsteinexpressionismus in neu interpretierter Form. Auch austarierte Elemente aus der Zeitepoche lassen sich in der Spitze des Gebäudes mit ihren filigranen Pilastern wiederfinden und geben dem Ganzen, einen krönenden Abschluss.

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Facts

Hochschule:
msa | münster school of architecture

Lehrstuhl:
Prof. Dipl.-Ing Marianne Mueller AA Dipl.

Präsentation:
14.09.2016



Abschluss:
Master

Software:
Vectorworks, Indesign, Photoshop, Illuustrator

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