Ambulante Kinder-Zahnklinik in Marokko

Platz 2

Soziales Projekt mit Fokus auf nachhaltigem und ressourcenschonendem Bauen

Anne Gerharz, Hochschule Koblenz
Kontext:
Aufgrund des häufigen Vorkommens der Lippenkiefergaumenspalten-Erkrankung (auch als „Hasenscharte“ bekannt) im Norden Afrikas, soll in Oujda ein ehrenamtliches, zahnmedizinisches Versorgungszentrum für Kinder und Erwachsene mit dieser Krankheit entstehen.

Die klimatischen und sozialen Gegebenheiten in Marokko legen einen Schwerpunkt des Entwurfs auf das nachhaltige Bauen unter Berücksichtigung lokaler, klimatischer, sozialer, kultureller und finanzieller Gegebenheiten nahe. Durch eine, dem Klima angepasste Gebäudeform, die Verwendung traditioneller und ökologischer Materialen und eine durchdachte Konstruktion kann auf kosten- und ressourcenintensive technische Hilfsmittel (z.B. Klimaanlage) verzichtet werden.
Die Anordnung der Räume erfolgt entsprechend der Frequentierung durch die Patienten mit einem allgemeinen Zahnmedizinischen Bereich im Erdgeschoss und großen Behandlungsräumen im 1.OG. Im 2.OG befindet sich der ruhigere OP- und Therapiebereich. Die Wegetrennung von Personal und Patienten ist durch das Laubengangelement im gesamten Gebäude gewährleistet.

Traditionelle Typologien:
°Blockbebauung: Geschlossene Kubatur zur Straße hin und Öffnung des Gebäudes zum Innenhof.
°Verschattung von Öffnungen durch den Baukörper selbst.
°Innenhof: Großzügige Belichtung des Gebäudes und Klimatische Vorteile.
Ein schattiger, geschützter Aussenbereich für Kommunikation, Spiel und Entspannung entsteht, der besonders für Kinder von großer therapeutischer Bedeutung ist.
°Lehmbauweise: Besseres Raumklima und natürliche Regulierung der Raumtemperatur durch hohe thermische Masse mit geringen Baukosten.
°Kleinteilige Fassadenstruktur: Belichtung und Belüftung des Gebäudes bei gleichzeitiger Verschattung, Sichtschutz und Sicherheit.

Neuinterpretation:
°Bewegte und fließende Fassade mit eingeschnittenen Loggien und prominenter Eingangssituation aus Glas und Stahl. Die Abtrennung der Nord-Westlichen Ecke des Gebäudes als Haupteingang erschließt sich aus dem städtebaulichen Kontext, die schräg verlaufende Schnittkante schützt vor direkter Sonneneinstrahlung.
°Statt traditioneller Arkaden entsteht ein filigraner Laubengang als Erschließungselement mit Orientierung zum Innenhof.
°Erlebbarer Kontrast zwischen massiver Lehmkonstruktion und moderner Bauweise aus Glas und Stahl.
°Verwendung recycelter Glasflaschen als farbige Highlights und zur indirekten Belichtung der Räume ohne direkte Einblicke zu gewähren.

Materialien:
Die Konstruktion besteht vorwiegend aus lokalen und ökologischen Baustoffen. Vorteile hierbei sind der geringe Primärenergiebedarf, ein gesundes Raumklima, geringe Schadstoffe, die hohe thermische Masse (bei Lehmbauten) und die Kosteneffizienz durch kurze Transportwege, Naturbelassenheit und ausreichende Verfügbarkeit.
Die Hauptkonstruktion besteht aus ungebrannten Lehmziegeln, Stampflehmböden (wo nötig gefliest) und Lehm-/Kalkputz mit recycelten Glasflaschen sowie einer Glas-Stahl-Konstruktion.

Campus Masters Wettbewerb


März / April 2014

Facts

Hochschule:
Hochschule Koblenz

Lehrstuhl:
Frau Prof. Dagmar Eisermann und Herr Stephan Jost

Präsentation:
20.06.2013



Abschluss:
Master

Rubrik:
Gesundheitsbauten

Software:
Nemetschek Allplan, Adobe Photoshop/Indesign, Cinema4D

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