Adelphi Whisky Distillery

Der Weg zum Whisky

Fabian Thümmler / Technische Universität Dresden
Nach über einhundert Jahren des Blending und Bottling will das Unternehmen Adelphi wieder zu seiner ursprünglichen Tradition der Single-Malt-Herstellung zurückkehren. In dem beschaulichen Ort Glenbeg soll eine Boutique-Destillerie entstehen, die Marketingwirkung, Extravaganz für den Besucher und einen reibungslosen Produktionsablauf, in sich vereint. Der Umfang der Produktionsanlage ist bekannt, das Produktionsvolumen soll mittelfristig nicht erhöht werden. Und das Unternehmen erhofft sich vom Bau der Destille eine Art ‚Flagship‘-Effekt, d.h. Adelphi bekäme ein Signé um sich an der schottischen Westküste wirkungsvoll zu präsentieren. Nach einer Analyse der vorhandenen Destilleriestrukturen kommt man zu dem Schluss, dass man diese typologisch in drei Hauptgruppen unterteilen kann: Der gewachsene Werkhof mit einzelnen Gebäudevolumina deren Produktionsschnittstellen alle über den Hof, den sie umgeben nach Außen laufen. Der gewachsene, im Laufe der Zeit aber umgebaute Werkhof, der in der Regel ein Hauptgebäude und mehrere Nebengebäude besitzt. Das gesetzte Produktionsgebäude, welches alle Funktionen unter einem Dach vereinigt und gleichzeitig eine Art Landmarke oder Signé darstellt. Daraus könnte man schließen, dass letztere Struktur die ideal geeignete sei.

Durch die anspruchsvolle Topographie liegt der Versuch der Aufgliederung des Volumens Nahe und die bekannte Struktur der gewachsenen Destille wird zu Hilfe genommen, jedoch modifiziert. Die Aufgliederung ermöglicht eine Anpassung an das Gelände. Desweiteren entsprechen die nun kleineren Volumina der Produktionsanlage eher dem Erscheinungsbild der Nachbargebäude und drohen diese nicht zu erdrücken. Die wichtigste Änderung ist allerdings die Transformation des Werkhofes in einen Besucherhof durch Umkehrung der Typologie. Der um den Hof angelegte Produktionsloop kehrt seine Schnittstellen für Ver- und Entsorgung nach Außen und schafft somit Platz für den neuen "Besucherhof". An der Schnittstelle zwischen Produktions- und Besucherbereich entsteht ein Weg entlang der Produktionskette, die der Besucher hier also auch ungeführt erkunden kann, wohingegen er auf einem ursprünglichen Werkhof verloren wäre.

Die Gebäude haben einen monolithischen Charakter, da sie sich nur zum Weg des Besuchers in Form von Schaufenstern öffnen. Die Hoffläche liegt wie auch der Weg auf zwei Ebenen, wobei die obere den landschaftlichen Bezug zu Loch Sunart herstellt. Dieser wird durch den Verkostungspavillon und dessen Ausrichtung dramatisiert. Der Weg führt einmal um den Hof herum und überwindet dabei ein komplettes Geschoss, sodass man am Ende der Runde in der Bar ankommt.Neben den Schaufenstern und dem Häuschen in der Hofmitte, besitzt der Weg als Elemente, die den Besucher begleiten: Die Cortenstahlplatte, die den Weg weist, die Stelen, mit Informationen für die jeweiligen Produktionsschritte, Bänke zum Verweilen und eine Treppe zum Überwinden der Höhe.

Campus Masters Wettbewerb


November / Dezember 2015

Facts

Hochschule:
Technische Universität Dresden

Lehrstuhl:
Grundlagen des Entwerfens / Prof. Jörg Joppien

Präsentation:
12.02.2014



Abschluss:
Diplom

Rubrik:
Kulturbauten

Software:
Vectorworks, 3ds Max, Photoshop

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