1. Platz Jahresendjurierung:

Eine Markthalle für Zürich

Hallenkonstruktion in Stahlblech

Olivier Blaser, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Situation:
Der Bauplatz liegt im historischen Zentrum der Stadt Zürich. An der rechten Limmatseite, wo bis 1962 eine Fleischhalle stand, die im Zuge der Forderung nach einer "freien Limmat" ersatzlos abgebrochen wurde und deren Fundament sich bis Heute als Plattform in den Fluss stemmt.

Konzept:
Die Halle soll aus der Situation, die als städtebaulich unbefriedigende Restfläche wahrgenommen wird, einen Ort schaffen. Dazu sollen die Qualitäten der momentanen Situation möglichst übernommen und gestärkt werden. Die Markthalle setzt fügt sich behutsam in ihre Umgebung ein, sie rückt leicht von der bestehenden Polizeiwache ab und besetzt die Plattform entlang der Limmat nur leichtfüssig.

Inspiration:
Formale Grundlagen des Entwurfs stammen von der Erstbegehung des Bauplatzes. Die Bögen der Arkaden vor Ort werden aufgenommen, interpretiert und dienen der harmonischen Einbindung in das gebaute Umfeld. In perimeternähe vorkommende Kreuzrippengewölbe in den Arkaden und der nahen Wasserkirche inspirieren zu einer feingliedrigen Struktur, die Innen und Aussen eine andersartige Erscheinung hat.

Ortsbezug:
Die Markthalle zeichnet die Volumetrie der ehemaligen Fleischhalle nach. Sie ist als durchlässige Struktur entworfen um Durchblicke zu ermöglichen und den Bezug zum Wasser zu erhalten. Der Ausdruck der Fassade lehnt sich an den zahlreichen Arkaden der unmittelbaren Nachbarschaft an und versucht sich dadurch in das sensible Umfeld zu integrieren. Nach aussen hin nimmt sich die Struktur zurück um die Umgebung nicht zu dominieren, nach innen präsentiert sie ihren Reichtum durch das sichtbare Tragwerk.

Material / Konstruktion:
Die Struktur der Halle wird komplett in Stahlblech gefertigt. Die Bedachung erfolgt mittels Lichtdurchlässigem, wasserfestem Textilgewebe.

Vorhänge:
Das innere starre Skelett wird umhüllt von einer leichten textilen Hu¨lle. Die bewegliche textile Haut sucht einen konzeptionellen Gegensatz zu der kantigen und starren Struktur und stellt das sinnliche Element des Entwurfs dar. In geschlossenem Zustand bei Wind und Regen zeigt sich die Markthalle in einer völlig andersartigen Erscheinung.

Struktur / Tragkonstruktion:
Die Struktur muss vieles leisten. Sie will den Ortsbezug gewährleisten, das gewu¨nschte Licht- und Schattenspiel erzeugen, den Raumabschluss definieren, sie will ohne Sekundärstruktur auskommen und sie sucht einen möglichst wirtschaftlichen Materialeinsatz. Zur Erfüllung dieser Kriterien wurde eine Gitterfächerstruktur entwickelt, die aus lasergeschnittenen und verschweissten Stahlblechen besteht. Die einzelnen Segmente der Struktur wurden in ihrem Minimalquerschnitt rechnerisch ermittelt und zusammen mit Kriterien der optischen Erscheinung festgelegt.

Campus Masters Wettbewerb


Mai / Juni 2011

Facts

Hochschule:
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Lehrstuhl:
Professur Wolfgang Schett

Präsentation:
1.2.2010



Rubrik:
Verkauf und Präsentation

Software:
Die Struktur wurde mit mit Vectorworks, Form-Z und Rhino aufgebaut und in Cinema 4D visualisiert. Ausserdem wurden Modelle in unterschiedlichen Masstäben gebaut, welche zur räumlichen Beurteilung und als Grundlage für Innenraumfotografien dienten.

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